Die Brust der Frau: Symbol der Weiblichkeit

Erotisches Lockmittel und Milchquelle – der Busen ist ein wichtiger Teil weiblicher Identität. Lesen Sie über Stillen, gut- und bösartige Veränderungen des Brustgewebes sowie Entstehung und Therapie von Brustkrebs

21.02.2011

Zu klein, zu groß, zu prall oder zu schlaff – vom Aussehen der Brust hängt für viele Frauen das Selbstwertgefühl ab. Auch wenn es äußerlich Unterschiede in Form und Größe gibt, ist der Grundaufbau der weiblichen Brust immer gleich. Im Prinzip handelt es sich um eine Hautausstülpung, die bei durchschnittlicher Größe etwa 400 Gramm Fett-, Binde- und  Drüsengewebe enthält.

Lymphgefäße und Lymphknoten durchziehen die Brust hauptsächlich in Richtung Achselhöhle, zum Teil auch in Richtung Brustbein. Ein feines Geflecht von Blutgefäßen versorgt das Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert Stoffwechselprodukte ab.

Die Milchdrüse liegt eingebettet in mehr oder minder ausgeprägtem Fettgewebe. Sie besteht aus 15 bis 20 Drüsenlappen, die durch lockeres Bindegewebe voneinander getrennt sind. Die Lappen setzen sich aus kleineren Läppchen und diese wiederum aus Milchbläschen (Alveolen) zusammen. Milchausführungsgänge führen von den Drüsenlappen zu den Brustwarzen, den empfindlichsten Teilen der weiblichen Brüste. Unmittelbar vor der Mündung weiten sie sich etwas auf. Bei stillenden Frauen bilden sich hier kleine Milchseen, die sich entleeren, wenn das Kind an der Brust saugt, und wieder füllen.

Zyklusabhängige Veränderungen

Die weiblichen Hormone beeinflussen Brust und Milchdrüsen. Zur Zeit des Eisprungs in der Zyklusmitte weiten sich die Milchgänge und die Drüsen. Das Bindegewebe nimmt Flüssigkeit auf. Diese Veränderungen bereiten auf das vor. Die Brust spannt und wird fester. Stellen, die sich auch sonst etwas knotig oder uneben anfühlen, können schmerzen. Manchmal ist der Grund für die Beschwerden auch eine Mastopathie, ein gutartiger Umbau des Brustgewebes. Mit dem Einsetzen der Regel gehen diese Veränderungen zurück. In den Wechseljahren bilden sich Binde- und Drüsengewebe der Brust zurück, ihre Formfestigkeit gibt nach.

Stillen stärkt die Immunabwehr

Während der Stillzeit treten die Milchdrüsen in Aktion. Die Muttermilch versorgt das Baby nicht nur mit allen notwendigen Nährstoffen, die Zweisamkeit beim Stillen gibt auch Geborgenhaut und fördert die Beziehung von Mutter und Kind. Die in der Brust produzierte Milch passt sich dabei optimal an die jeweiligen Bedürfnisse der Kleinen an.

In den ersten Tagen nach der Geburt versorgt die Brust das Neugeborene mit Vormilch (Kolostrum). Diese ist dickflüssiger als die normale Milch und enthält spezielle Abwehrstoffe, die das Baby vor Infektionen schützen und das Immunsystem stärken. Vom dritten bis 14ten Tag spricht man von Übergangsmilch, danach bildet sich die reife Muttermilch. Sie enthält viel Wasser und versorgt den Säugling im richtigen Maß mit Fetten, Milchzucker, Vitaminen und Mineralstoffen.

Brustkrebs rechtzeitig erkennen

Am meisten fürchten Frauen bösartige Veränderungen in der Brust (Mammakarzinom). Bei Brustkrebs verändern sich die Zellen im Drüsengewebe grundlegend. Sie können sich ungehemmt vermehren, wachsen schnell zu einem Tumor heran und sind als Knoten tastbar. Über Lymphbahnen und Blutgefäße können sich die Krebszellen im gesamten Körper verteilen. Viele Veränderungen in der Brust sind aber auch gutartig, nicht jede bedeutet Krebs.

Zur Vorbeugung von Brustkrebs empfehlen Ärzte Frauen neben der regelmäßigen Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen die Selbstuntersuchung. Einmal pro Monat – vor Eintritt der Wechseljahre idealerweise in den ersten zehn Tagen des Zyklus – sollten Frauen, die Brust abtasten. Ab 50 raten Mediziner zusätzlich an der Röntgenreihenuntersuchung auf Brustkrebs, dem sogenannten Mammographie-Screening, teilzunehmen.