Spaltlampen-Untersuchung: Blick ins Auge

Die Diagnose-Methode kommt in der Augenheilkunde zum Einsatz. Sie liefert dem Augenarzt Hinweise auf unterschiedliche Augenkrankheiten

aktualisiert am 01.08.2016
Augenuntesuchung

Beurteilung des Auges mit Hilfe der Spaltlampe


Die Spaltlampen-Untersuchung zählt zu den Routine-Untersuchungen durch den Augenarzt. Ein so genanntes Spaltlampen-Mikroskop ermöglicht es, verschiedene Bereiche des Auges, wie die Hornhaut und die Linse, vergrößert zu betrachten.

Wie läuft eine Spaltlampen-Untersuchung ab?

Patient und Augenarzt sitzen sich während der Spaltlampen-Untersuchung gegenüber. Der Patient stützt seine Stirn und sein Kinn auf eine gepolsterte Vorrichtung. Sie verhindert, dass Kopfbewegungen die Untersuchung stören. Der Augenarzt blickt nun durch das Spaltlampen-Mikroskop und betrachtet das Auge in der gewünschten Vergrößerung.

An dem Mikroskop befindet sich eine nach beiden Seiten hin schwenkbare Lichtquelle, die Spaltlampe. Diese produziert einen spaltförmigen, gebündelten Lichtstrahl, der die durchsichtigen Anteile des Auges durchleuchtet. Der Augenarzt bewegt diesen Lichtstrahl bei entsprechender Vergrößerung langsam über das Auge. Dabei kann er nun Veränderungen, beispielsweise an der Hornhaut oder der Linse des Auges, erkennen.

Zunächst beurteilt der Arzt bei der Spaltlampen-Untersuchung den vorderen Augenabschnitt, der aus Hornhaut, vorderer Augenkammer, Iris und Linse besteht. Anschließend untersucht er den Glaskörper und die Netzhaut des Augenhintergrunds. Dazu benötigt der Untersucher zusätzlich ein gewölbtes Kontaktglas, das sogenannte Panfundoskop, oder eine handgehaltene Lupe, mit welcher der Augenarzt die Netzhaut scharf darstellen kann. Damit der Patient das Auge bei der Berührung nicht unwillkürlich zukneift, tropft der Arzt zuvor ein Mittel zur örtlichen Betäubung in das Auge ein. Um den Augenhintergrund eingehender zu untersuchen, verabreicht der Arzt in der Regel zur Pupillenerweiterung auch Augentropfen.

Wozu dient eine Spaltlampen-Untersuchung?

Die Spaltlampen-Untersuchung dient dem Erkennen bestimmter Augenkrankheiten. Folgende Bereiche des Auges lassen sich durch dieses Verfahren untersuchen:

  • Augenlider
  • Bindehaut (Konjunktiva)
  • Hornhaut (Kornea)
  • Regenbogenhaut (Iris)
  • vordere Augenkammer
  • seitliche Bereiche der vorderen Augenkammer (Kammerwinkel)
  • Linse
  • Glaskörper
  • Netzhaut (Retina)
  • Austrittsstelle des Sehnervs (Sehnervenkopf)
  • Stelle des scharfen Sehens (Macula)

Mithilfe der Spaltlampen-Untersuchung können beispielsweise Verletzungen der Hornhaut, Trübungen der Linse (Grauer Star) sowie Entzündungen oder Blutungen im vorderen Augenabschnitt erkannt werden. Mit der erweiterten Untersuchung des Augenhintergrundes kann der Augenarzt Veränderungen der Netzhaut feststellen, wie eine Netzhautablösung oder eine Schädigung des Sehnervenkopfs. Meist befindet sich an dem Spaltlampen-Mikroskop auch ein sogenanntes Tonometer, mit dessen Hilfe sich der Augen-Innendruck messen lässt. Diese Messung spielt zum Beispiel bei der Diagnose des Grünen Stars, den Mediziner Glaukom nennen, eine Rolle. Mithilfe der Spaltlampen-Untersuchung lässt sich auch die Glaukom-Form bestimmen.

Neben der Diagnose von Augenkrankheiten hat die Spaltlampen-Untersuchung auch therapeutische Bedeutung. So werden etwa moderne Laser mit der Spaltlampen-Apparatur kombiniert. Dabei durchläuft der Laserstrahl denselben Strahlengang wie der gebündelte Lichtstrahl des Spaltlampen-Mikroskops.

Was sind die Vorteile der Spaltlampen-Untersuchung?

Die Spaltlampen-Untersuchung ist relativ unkompliziert und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Normalerweise kann die Untersuchung in jeder Augenarzt-Praxis vorgenommen werden. Mittels Spaltlampen-Untersuchung lassen sich zahlreiche Augenerkrankungen feststellen.

Was gibt es bei einer Spaltlampen-Untersuchung zu beachten?

Die Spaltlampen-Untersuchung des vorderen Augenabschnitts mithilfe des Spaltlampen-Mikroskops hat so gut wie keine Risiken. Setzt der Arzt zur Untersuchung Medikamente ein, können Nebenwirkungen auftreten. So können beispielsweise Mittel zur Betäubung der Oberfläche des Auges in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen. Nebenwirkungen durch die örtlichen Betäubungsmittel äußern sich durch vermehrtes Jucken oder Brennen des Auges, Rötung der Bindehaut und vermehrten Tränenfluss.

In der Regel verschwinden die Beschwerden nach einiger Zeit von selbst. Werden im Rahmen der Spaltlampen-Untersuchung auch die Pupillen mit einem Medikament erweitert, sind einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Normalerweise verengt sich die Pupille, sobald Licht auf das Auge fällt. Dieser Mechanismus ist durch das pupillenerweiternde Mittel für einige Zeit blockiert. Der Patient fühlt sich auch bei normalem Tageslicht stark geblendet und darf im Anschluss an die Untersuchung nicht mit dem Auto fahren.

Prof. Schönfeld

Beratender Experte: Professor Dr. med. Carl-Ludwig Schönfeld, Facharzt für Augenheilkunde in München

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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