Ausfluss bei der Frau

Ausfluss aus der Scheide kann normal sein, aber auch auf Scheideninfektionen oder andere krankhafte Ursachen hinweisen. Außerdem spielen seelische Einflüsse eine Rolle. Was Frauen beachten sollten

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 03.07.2018
Frauen in der Sauna

Nicht nur Frauensache: Krankhafter Ausfluss und Scheidenentzündungen können vielfältige Auslöser haben


Frauen kennen das, sie haben mal mehr, mal weniger Ausfluss. Aus der Scheide (Vagina) sondert sich ein geruchloses, weißlich-milchiges Sekret ab. Vor allem in der Zyklusmitte wird der Ausfluss (Fluor vaginalis) häufig etwas stärker. Auch Nervosität, Stress, seelische Belastungen können diese normale Ausscheidung beeinflussen.

In der Schwangerschaft ist die Sekretion ebenfalls erhöht. Schon vor der Pubertät können junge Mädchen ein weißliches Sekret bemerken. Mit den Wechseljahren wird die Scheide in der Regel trockener, dafür aber anfälliger für krankhaften Ausfluss. Immer sind dabei die weiblichen Geschlechtshormone mit im Spiel, allen voran die Östrogene.

Vaginalsekret: Natürlicher Schutz für die Scheide

Die Scheidenflüssigkeit ist eine Flüssigkeit aus den Schleimhautzellen der Vagina. Sie enthält in wechselnder Zusammensetzung abgeschilfertes Zellmaterial, Schleim aus dem Gebärmutterhals, Salze und Mikroorganismen, vor allem Milchsäurebakterien. Diese bilden Milchsäure aus Stärkevorräten in den Scheidenhautzellen und sorgen so für ein saures Milieu (ph-Wert etwa 3,8 bis 4,4). Das ist wichtig, um Krankheitskeime und Pilze abzuwehren beziehungsweise sie daran zu hindern, sich zu vermehren und Krankheitsprozesse in Gang zu setzen. Bei sexueller Aktivität kommt noch Sekret aus speziellen kleinen Drüsen am Scheideneingang dazu.

Lactobazillus

Was ist eine bakterielle Vaginose?

Eine Störung des bakteriellen Gleichgewichtes in der Scheide führt zur Besiedlung mit untypischen Keimen, zum Nachteil der angestammten Milchsäurebakterien. Fachbegriff: Bakterielle Vaginose. Weder liegt bei dieser "Dysbiose" aber eine Infektion noch eine Scheidenentzündung vor. Die genauen Ursachen sind unklar.

Ärzte haben aber bestimmte Risikofaktoren im Blick, etwa hormonelle Schwankungen, vorausgegangene Behandlung mit Antibiotika, Rauchen, genetische Faktoren, teilweise auch sexuelle Aktivität (mehr in der Liste weiter unten). In der Schwangerschaft ist eine bakterielle Vaginose besonders bedeutsam, weil sie zu einer Frühgeburt oder Gebärmutterinfektion bei der Entbindung führen kann. Weiteres zum Thema im Kapitel "Ausfluss bei der Frau – Ursachen: Scheideninfektionen".

Unterleibsschmerzen

Wie es zu Entzündungen im Intimbereich kommt

Verändert sich die Scheidenflüssigkeit in der Farbe, der Beschaffenheit und im Geruch, kommen ein unangenehmes Jucken, Brennen oder Schmerzen außen oder innen im Scheidenbereich dazu, ist ihre natürliche Zusammensetzung, das Milieu, aus unterschiedlichen Gründen gestört. Keime wie Bakterien, Viren, Pilze oder andere Arten haben sich ausgebreitet und führen zu Scheidenentzündungen. Eine veränderte Scheidensekretion kann auch auf Geschlechtskrankheiten oder eine Krebserkrankung hinweisen.

Achtung: Pilze wie der Hefepilz Candida albicans besiedeln häufig die Scheide, ohne sich bemerkbar zu machen und Schaden anzurichten. Aber: Wenn das Milieu aus dem Gleichgewicht gerät und die Pilze überhand nehmen, können sie Entzündungen auslösen. Das gilt auch für andere Mikroorganismen. Bestimmte Infektionen allerdings, wie bei Geschlechtskrankheiten, oder krankhafte Veränderungen durch einen Tumor kann selbst eine intakte Scheidenflüssigkeit nicht mehr abwehren. Auch mit dem Mangel an Geschlechtshormonen in den Wechseljahren sinkt die Keimabwehr.

Paar im Bett

Krankheitserreger, die Scheidenentzündungen auslösen, werden sehr häufig über sexuellen Kontakt übertragen. Auch Infektionen beziehungsweise Gesundheitsprobleme in benachbarten Bereichen, zum Beispiel von Anus, Harnröhre oder Darm, können auf die Geschlechtsorgane der Frau übergreifen.

Der äußere Genitalbereich, die Vulva, umfasst vor allem die Schamlippen, Klitoris und den Scheidenvorhof. Zum inneren Genitalbereich zählen die Vagina, Gebärmutterhals und Gebärmutter (Uterus) sowie Eileiter und Eierstöcke. Entzündlicher Ausfluss kann in beiden Bereichen entstehen. Wenn eine Scheideninfektion (Kolpitis, Vaginitis) auch den Bereich der Vulva (Vulvitis) und umgekehrt betrifft, verwenden Mediziner den umfassenderen Begriff Vulvovaginitis.

Junge Frau schreibt auf, ob sie genug Sport treibt

Faktoren, die das natürliche Scheidenmilieu angreifen

  • Übertriebene beziehungsweise falsche Intimhygiene. Wenn Frauen sich mit normaler Seife intensiv waschen, Intimdeodorants anwenden oder gar tiefer gehende Spülungen durchführen, bringen sie damit den Selbstreinigungsmechanismus der Scheide und das Gleichgewicht zwischen dem Scheidenmilieu und den natürlich vorhandenen Keimen durcheinander. Es kommt zu Reizungen, das saure Milieu verändert sich. Bakterien und Pilze können sich vermehren und leichter in die Scheide eindringen. Vermehrter Ausfluss und Scheidenentzündungen sind häufig die Folge. Auch Tampons, die zu lange in der Scheide verbleiben oder vergessen werden, sowie eng anliegende, synthetische Wäsche und Kleidung stören die ausgleichenden Prozesse im Bereich der Vulva und dann der Scheidenflüssigkeit. Auch falsches Säubern nach dem Stuhlgang, von hinten nach vorne, befördert Pilze und Keime aus der Analzone in Vulva und Scheide. Beim Geschlechtsverkehr kann unter anderen bakterienhaltiges Smegma, das sich bei mangelnder Hygiene des Partners unter der Penisvorhaut anlagert, in die Scheide gelangen.
  • Verhütungsmittel wie Spirale, Schaumzäpfchen. Mechanische und chemische Reize können zu vermehrtem Ausfluss führen.
  • Allergien. Allergische Reaktionen, sei es zum Beispiel auf Latex von Kondomen, wirken sich mitunter auf das Gleichgewicht im Vaginalsekret aus. Ansonsten werden Kondome in der Regel vertragen und gerade auch als Schutz gegen viele sexuell übertragene Krankheiten empfohlen! Seifen, Desinfektionsmittel, Intimsprays, synthetische Textilien oder bestimmte äußerlich wie innerlich angewandte Arzneimittel können Allergien im äußeren beziehungsweise inneren Genitalbereich auslösen und zu Entzündungen führen. 
  • Eine Therapie mit Antibiotika. Über längere Zeit eingenommen, beeinflussen Antibiotika bisweilen auch das Scheidenmilieu.
  • Hormonschwankungen in der Pubertät, Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Die weiblichen Geschlechtshormone, insbesondere die Östrogene, sind die entscheidenden Regler für das Scheidenmilieu. So sind zum Beispiel Frauen in den Wechseljahren wegen Hormonmangels und nachlassender Scheidensekretion anfälliger für Scheidenentzündungen. Auch die Antibabypille verändert häufig den natürlichen Säureschutz.
  • Geschwächte Abwehrkräfte. Ist das Immunsystem durch Krankheit oder Stress und psychische Belastungen angegriffen, wirkt sich das auch auf das Scheidenmilieu aus. Häufig haben Pilze jetzt leichtes Spiel. Ebenso kann eine Behandlung mit Medikamenten, die die Immunabwehr verringern, zum Beispiel mit Kortisonpräparaten, Scheidenentzündungen begünstigen.
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Der erhöhte Blutzuckerspiegel fördert vor allem die Vermehrung von Pilzen, da sich Hefepilze zum Beispiel von Zucker ernähren. Auch sind die Abwehrkräfte durch die -Erkrankung geschwächt.
  • Entzündungen im Bereich der Geschlechtsorgane. Entzündliche Vorgänge im Unterleib, an den inneren wie äußeren Geschlechtsorganen stören das natürliche saure Milieu.
  • Tumoren in der Scheide, am Gebärmutterhals, an der Gebärmutter. Dabei kann es sich um harmlose Polypen, gutartige Geschwülste, aber auch um Krebsformen handeln. Alarmzeichen ist unter anderem ein blutiger Ausfluss.
Sprechstunde beim Arzt

Ausfluss: Wann zum Arzt?

Wenn der natürliche Ausfluss sein Aussehen verändert, stärker wird und riecht, sollte eine Frau aufmerksam werden und ihren Frauen- oder Hautarzt befragen. Das gilt besonders, wenn weitere Krankheitszeichen dazu kommen, wie Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen im Schambereich. Bei Bauchschmerzen beziehungsweise Schmerzen im Unterbauch, Fieber oder Blutbeimengungen aus der Scheide sollten die Betroffenen sofort zum Frauenarzt gehen.

Die Art des Ausflusses sowie eventuell begleitende Krankheitszeichen können schon erste Hinweise geben. Eine eingehende Untersuchung wird dann den Behandlungsweg weisen, in die häufig auch der Sexualpartner mit einbezogen werden muss.

Mehr zu den möglichen Ursachen, den jeweils kennzeichnenden Symptomen sowie Informationen zu Diagnose und Therapie in den folgenden Kapiteln dieses Artikels (siehe Übersicht am Anfang des Textes).

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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