Prostatakrebs: Diagnose

Beim Verdacht auf ein Prostatakarzinom wird der Arzt zunächst die Prostata abtasten und den PSA-Wert bestimmen. Erhärtet sich die Vermutung, ist die Entnahme einer Gewebeprobe sinnvoll

aktualisiert am 05.10.2017

Biopsie: Eine Gewebeentnahme bestätigt den Verdacht auf Krebs


Beim Verdacht auf Krebs der Vorsteherdrüse wird der Arzt zunächst wie bei der Früherkennungsuntersuchung die Prostata über den Enddarm untersuchen (digital-rektale Untersuchung). Blut für die Bestimmung des PSA-Wertes sollte auf keinen Fall gleich anschließend, sondern entweder vor der Tastuntersuchung oder bei einem gesonderten Termin abgenommen werden.

Liegt ein begründeter Verdacht auf ein Prostatakarzinom vor, so kann letztlich nur eine Gewebeentnahme (Biopsie) diese Befürchtung bestätigen oder die Diagnose Krebs mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen.

Oft wird heute jedoch zuvor eine Kernspin-Untersuchung ("multiparametrische Magnet-Resonanz-Tomographie", kurz mpMRT) der Prostata durchgeführt. Diese ermöglicht eine bessere Aussage, ob ein bösartiger Prostatakrebs, eine Entzündung oder eine gutartige Vergrößerung vorliegt. So kann manchem Patienten, dessen Prostataveränderung sich als doch nicht krebsverdächtig entpuppt die Biopsie erspart werden. Da die mpMRT-Untersuchung noch nicht überall als Standarduntersuchung bei Prostatakrebs anerkannt ist, fragen Sie sicherheitshalber vorab bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese die Kosten für die Untersuchung übernimmt.

Falls tatsächlich ein Prostatakrebs vorliegt, ermitteln die Ärzte als nächstes mit verschiedenen weiterführenden diagnostischen Maßnahmen, welche Größe der Tumor bereits erreicht und wohin er sich vielleicht schon verbreitet hat. Zusätzlich versuchen sie abzuschätzen, wie bösartig der Tumor ist.

Die Biopsie

Bei der Biopsie wird vom Enddarm – gelegentlich auch vom Damm – aus eine Stanznadel in unterschiedliche Teile der Prostata gestochen. Es werden mindestens sechs, meist jedoch zehn bis zwölf Gewebeproben entnommen. Mit Hilfe einer Ultraschallsonde, die über den After in den Enddarm eingeführt wird, kann der Arzt die Prostata und umliegende Gewebestrukturen auf einem Bildschirm sichtbar machen (transrektaler Ultraschall – TRUS) und so die Entnahme von Prostatagewebe gezielt steuern.

Beim Vorliegen einer Kernspintomographie der Vorsteherdrüse kann der in der Prostata vermutete Krebsherd mittels einer sogenannten Fusionsbiopsie punktiert werden. Die bei dem vorausgegangenen MRT ermittelten Daten werden in das zur Biopsie verwendete Ultraschallgerät eingespielt, und dann kann dieser Herd oder auch mehrere Herde, genau getroffen werden. Diese Fusionsbiopsie mittels eines speziellen Ultraschallgeräts geht deutlich schneller als eine Biopsie direkt im MRT-Gerät und ist somit schonender für den Betroffenen.

 

Die Gewebeuntersuchung mit mikroskopischen und molekularbiologischen Methoden dient nicht nur der eigentlichen Tumordiagnose, sondern liefert den Ärzten darüber hinaus wichtige Informationen über die Art und das Verhalten des Tumors. Das ist entscheidend für die Behandlungsplanung.

Weiterführende diagnostische Maßnahmen

Weitere diagnostische Maßnahmen – und damit die Therapieplanung – hängen dann davon ab, wie weit sich der Tumor örtlich ausgebreitet hat, ob er mehr oder weniger bösartig ist und ob sich schon Metastasen in den nahe gelegenen Lymphknoten des Beckens oder in anderen Körperregionen gebildet haben. Zur Klärung werden je nach Situation folgende Verfahren genutzt:

  • Mit Hilfe der transrektalen Ultraschalluntersuchung kann geprüft werden, ob der Tumor die bindegewebige Kapsel bereits durchbrochen hat, welche die Prostata umgibt oder ob er bereits in die Samenblasen eingewachsen ist.
  • Mit Hilfe der so genannten Skelett-Szintigraphie (Knochen-Szintigraphie) lässt sich feststellen, ob der Tumor bereits die Knochen befallen hat. Diese Untersuchung ist sinnvoll, wenn der PSA-Wert (siehe Kapitel Früherkennung) über 20 Nanogramm pro Milliliter beträgt oder andere Hinweise auf Geschwulste in den Knochen bestehen. Dazu werden geringe Mengen einer radioaktiven Substanz in die Blutbahn gespritzt, die sich besonders in erkrankten Knochen anreichert. Eine Kamera, welche die radioaktive Strahlung registriert, ortet dann die metastasenverdächtigen Bereiche.
  • Allgemeine Bluttests gehören zu den weiteren Untersuchungen, die fast alle Patienten noch vor der weiteren Behandlungsplanung hinter sich bringen müssen. Sie dienen vor allem der Prüfung des Gesundheitszustandes, zum Beispiel zur Feststellung der Narkosefähigkeit vor einer Operation.

Noch nicht zum Standard diagnostischer Maßnahmen zählen derzeit Untersuchungsverfahren wie etwa die Magnetresonanz-Tomografie – eventuell verbunden mit einer Gewebeanalyse über Spektroskopie – sowie neue Methoden wie die Positronen-Emissions-Tomografie (Cholin-PET), mit der bei Hochrisiko-Patienten nach Metastasen gesucht wird.

Einteilung von bösartigen Prostatatumoren

Prostatakarzinome gehen meist von Drüsenzellen aus und zählen deshalb zur Gruppe der sogenannten Adenokarzinome. Der Behandlungsplan hängt in hohem Maße davon ab, welche biologischen Eigenschaften ein diagnostizierter Tumor aufweist, wie ausgedehnt und "bösartig" er ist oder zu werden droht. Hinweise dazu erhalten die Mediziner aus den entnommenen Gewebeproben.

Die Einteilung des Tumors erfolgt auf zwei Arten:

1. Gleason-Score:
Beim Prostatakarzinom spielt die nach dem amerikanischen Arzt Dr. Donald Gleason benannte Skala zur Beschreibung der Bösartigkeit von Tumoren (Gleason-Score) die größte Rolle. Dabei werden die betroffenen sichtbaren Zellen aus einer Gewebeprobe in Gruppen aufgeteilt. Die beiden Zelltypen, die am häufigsten vorkommen und die größten Gruppen bilden, werden bewertet, und zwar nach einer Skala zwischen 1 (gesunden Zellen weitgehend ähnlich) und 5 (stark unterschiedlich, vergleichsweise sehr bösartig). Zusammengezählt ergeben die beiden Werte den Gleason-Score.

2. TNM-Bewertung
Dieses System berücksichtigt mit dem Buchstaben T die Tumorgröße sowie die örtliche Ausdehnung, mit dem Buchstaben N den Lymphknotenbefall und mit dem Buchstaben M die Metastasen, also Tochtergeschwülste. Ziffern hinter den jeweiligen Buchstaben bezeichnen genauer die Größe und Ausdehnung (T1-4), das Vorhandensein oder Fehlen von befallenen Lymphknoten (N0 oder N1) und das Vorhandensein oder Fehlen von Metastasen (M0 oder M1).

T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen Tumor, der zum Zeitpunkt der Diagnosestellung lediglich in der Stanzbiopsie oder als Zufallsbefund in Gewebespänen nach chirurgischer Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) nachgewiesen wurde. T3 bedeutet, dass der Tumor die Prostatakapsel durchbricht. N1 steht für Lymphknotenmetastasen, und das Kürzel M1b bedeutet Knochenmetastasen. Eine exakte Beurteilung des T-Stadiums ist erst nach der operativen Entfernung des Tumors möglich. Im Bericht des Pathologen steht dann vor den Ziffern ein kleines "p" für "pathologisch gesichert".


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