Stuhluntersuchungen: Zur Magen-Darm-Diagnostik

„Wir lassen mal den Stuhl untersuchen“, sagt der Arzt, wenn schon länger unklare Beschwerden bestehen wie Bauchkrämpfe, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Doch was ist damit gemeint?

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 30.03.2017
Stuhlproben

Die Untersuchung einer Stuhlprobe liefert Hinweise, ob sich Krankheitserreger im Stuhl befinden


Kurz gesagt:

Bei unklaren Darmbeschwerden empfiehlt der Arzt möglicherweise, eine Stuhluntersuchung durchführen zu lassen. Anhand einer Stuhlprobe kann der Spezialist zum Beispiel erkennen, ob Krankheitserreger wie Würmer oder Bakterien im Stuhl enthalten sind. Verstecktes Blut im Stuhl kann auf Entzündungen, Schleimhautvorwölbungen (Polypen) oder Krebs hinweisen.

Was bedeutet "Stuhluntersuchung"?

An einer Probe des Darminhalts (Stuhlprobe) kann der Arzt viel erkennen. Bei unklaren Magen-Darm-Beschwerden lässt der Arzt den Stuhl eines Patienten möglicherweise systematisch untersuchen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Der Stuhl kann zum Beispiel auf folgende Faktoren hin untersucht werden:

  • Blut im Stuhl (okkultes = verstecktes Blut)
  • Parasitenbefall (zum Beispiel Würmer)
  • Bakterien im Stuhl (zum Beispiel Salmonellen)
  • Viren im Stuhl (zum Beispiel Rotaviren)

Häufig spielt es bei der Stuhluntersuchung eine große Rolle, ob der Patient zuvor eine Auslandsreise gemacht hat. So kann der Stuhl zum Beispiel auf heimische oder auf tropische Parasiten hin untersucht werden.

Je nach Fragestellung legt der Laborarzt eine "Kultur" an – das heißt, er entnimmt eine kleine Stuhlprobe und trägt diese auf ein Nährmedium auf. Auf diesem Nährmedium können Keime, die vorhanden sind, wachsen und sichtbar werden. In der Kultur lässt sich auch das Ansprechen der Keime auf Antibiotika testen. Daneben kann der Spezialist die Krankheitserreger unter dem Mikroskop untersuchen.

Eine Stuhlprobe auf "verstecktes Blut" (= okkultes Blut) wird meistens dann angefordert, wenn der Arzt abklären möchte, ob es Hinweise auf eine Darmentzündung, auf Polypen oder Krebs (Karzinome) gibt.

Eine Stuhlprobe empfinden manche Patienten als unangenehm – vor allen Dingen, weil meistens kleine Stuhlproben von drei oder mehreren Stuhlgängen entnommen werden müssen. Das Gespräch mit einem einfühlsamen Arzt kann helfen, die Scham zu überwinden.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. rer. nat. Udo Reischl, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinikum Regensburg (UKR)


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