Kapuzinerkresse: Ein pflanzliches Antibiotikum?

Die Pflanze steckt voller Senföle, die nicht nur scharf schmecken, sondern wohl auch Bakterien bekämpfen können

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 15.03.2017

Ein Blickfang im Garten: die Kapuzinerkresse


Sie klettert über Gartenmauern und rankt durch Gemüsebeete: die Große Kapuzinerkresse. Tropaeolum majus, wie sich die Pflanze im Lateinischen nennt, bildet prächtige Blüten aus, die in saftigem Gelb, Orange oder Rot blühen. Eigentlich stammt das Gewächs aus Südamerika, wurde aber im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt.

In Blättern und Blüten stecken sogenannte Glucosinolate, auch als Senfölglykoside bezeichnet. Diese Substanzen gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und dienen der Pflanze als Schutz vor Fressfeinden und Parasiten.

Wer schon einmal Kapuzinerkresse gekostet hat – zum Beispiel als Salatgewürz oder als essbare Dekoration auf einem Fleischgericht – kennt den scharfen Geschmack des Krauts. Er wird von den Glucosinolaten, beziehungsweise von deren Abbauprodukten hervorgerufen.

Senföle wirken antibakteriell

Dabei handelt es sich um Senföle, die auch Senf, Meerrettich und Radieschen ihre Schärfe geben. Die Stoffe besitzen antibakterielle Eigenschaften und dämmen das Wachstum von Bakterien ein. Auch einige Virusarten und Pilze sollen sie ausschalten können.

Deshalb wird die Kapuzinerkresse als pflanzliches Arzneimittel bei einer aufkeimenden Blasenentzündung eingesetzt. Auch bei einer häufig wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündung oder bei Atemwegsinfekten kann die Heilpflanze durchaus hilfreich sein. Klären Sie am besten mit dem Arzt, ob sich Kapuzinerkresse für Sie als Medikament empfiehlt. Und: Setzen Sie nicht eigenhändig ein Antibiotikum zugunsten des Heilkrauts ab! Besprechen Sie dies vorher mit dem Arzt.