Hautkrebs-Screening

„Screening“ bezeichnet eine Früherkennungsuntersuchung. Das Hautkrebs-Screening soll Frühstadien und Vorstufen bösartiger Erkrankungen der Haut entdecken und über Risiken aufklären

von Dr. Alexandra Kirsten, aktualisiert am 10.04.2017
Frau mit Leberflecken auf dem Rücken

Beim Hautkrebsscreening hält der Arzt unter anderem Ausschau nach verdächtigen Muttermalen


Die Zahl der Hautkrebserkrankungen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Alleine in Deutschland erkranken pro Jahr etwa 234.000 Menschen. Rechtzeitig erkannt ist Hautkrebs aber in fast allen Fällen heilbar. Daher ist es wichtig, die Haut regelmäßig auf Veränderungen und auffällige Stellen untersuchen zu lassen. Das Screening soll Hautkrebs bereits in einem frühen Stadium entdecken, um die Heilungschancen zu erhöhen. Damit möglichst viele Menschen gar nicht erst erkranken, sollen Vorstufen erkannt und behandelt werden. Außerdem sollen Menschen, die ein erhöhtes Risiko für eine Hautkrebs-Erkrankung haben, Empfehlungen zur Vorbeugung erhalten.

An wen wendet sich das Hautkrebs-Screening?

Das Hautkrebs-Screening dient der Vorsorge und Früherkennung. Deshalb richtet es sich auch an Menschen, die selbst noch keine Auffälligkeiten an ihrer Haut bemerkt haben. Die Untersuchung ist Teil eines groß angelegten Programms und wird von den Ärzten nach festgelegten und überprüfbaren Qualitätsstandards durchgeführt. Sie wenden nicht nur eine standardisierte Untersuchungsmethode an, sondern dokumentieren auch ihre Ergebnisse systematisch. Hochrechnungen zufolge haben seit der Einführung 2008 bereits über 13 Millionen Menschen am Hautkrebs-Screening teilgenommen.

Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Nach welchen Hautveränderungen sucht der Arzt?

Bei der Untersuchung sucht der Arzt gezielt nach Vorstufen und Frühstadien der drei Hautkrebserkrankungen Basalzellkrebs, spinozelluläres Karzinom und malignes Melanom.
Das maligne Melanom nennt man auch "schwarzer Hautkrebs". Es ist die am meisten gefürchtete Form, weil der Tumor sehr aggressiv ist und früh Absiedlungen von Tumorzellen bildet, sogenannte Metastasen. Das maligne Melanom verursacht deshalb die meisten Todesfälle durch Hautkrebs. Die anderen beiden Formen werden auch als "weißer Hautkrebs" bezeichnet und treten vor allem bei älteren Menschen auf. Sie sind sehr viel weniger aggressiv und bilden nur selten Metastasen.
Ein Hautkrebs-Screening kann allerdings nicht jeder Arzt durchführen. Die Mediziner müssen an einer speziellen Fortbildung teilgenommen und von der Kassenärztlichen Vereinigung eine entsprechende Genehmigung erhalten haben.

Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Ablauf des Hautkrebs-Screenings

Das Screening dauert ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten. Zuerst erhebt der Arzt die Krankengeschichte des Patienten. Er erkundigt sich also nach dem gesundheitlichen Zustand und Vorerkrankungen. Außerdem wird der Arzt mögliche Risikofaktoren für Hautkrebs feststellen.

Nach dem Vorgespräch folgt die körperliche Untersuchung. Damit sich der Arzt den ganzen Körper ansehen kann, muss der Patient die Kleidung ablegen. Der Arzt wird alle Körperregionen untersuchen, inklusive Kopfhaut, Afterregion und äußere Genitalien. Es sollte auch eine Kontrolle der Mundschleimhäute, der Lippen und des Zahnfleischs erfolgen. Denn Hautkrebs, besonders das maligne Melanom, kann überall an der Haut und an Schleimhäuten auftreten, nicht nur an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind.
Für die Untersuchung benötigt der Arzt eine helle Lampe und ein geschultes Auge. Werden auffällige Hautveränderungen gefunden, kann die Entnahme einer Gewebeprobe nötig sein, um die Diagnose zu klären.
Abgesehen von der Untersuchung der Haut kann der Arzt wichtige Tipps für den richtigen Umgang mit der Sonne geben und darüber informieren, welche weiteren Krebsfrüherkennungs- und Gesundheitsuntersuchungen ab welchem Alter angeboten werden.

Frau beim Abschminken

Vorbereitung für die Hautuntersuchung

Um dem Arzt die Untersuchung zu erleichtern, sollte man vor dem Screening Nagellack von Finger- und Zehennägeln, sowie Ohrringe und Piercings entfernen. Auch auf Make-up sollte verzichtet werden: vor allem der "weiße Hautkrebs" ist darunter schwer zu sehen.

Was zahlt die Kasse?

Seit 2008 wird von allen gesetzlichen Krankenkassen das flächendeckende Hautkrebs-Screeningprogramm angeboten und bezahlt. Dieses kann man ab 35 Jahren jedes zweite Jahr bei hausärztlich tätigen Fachärzten für Allgemeinmedizin, Fachärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologen), Internisten und praktischen Ärzten durchführen lassen. Der Arzt muss allerdings an einem speziellen Kurs teilgenommen und anschließend die Genehmigung zum Hautkrebsscreening von der entsprechenden Kassenärztlichen Vereinigung erhalten haben.

In Einzelfällen können Früherkennungsuntersuchungen schon in jüngerem Alter oder in kürzeren Abständen angebracht sein. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt beraten.

Junge Frau mit Muttermal am Kinn

IGeL-Leistungen

Die Kassen bezahlen üblicherweise nur das normale Screening, manche Kassen zahlen es auch bereits freiwillig vor dem 36. Lebensjahr. Weitere Untersuchungen zur Hautkrebs-Früherkennung über das Screening hinaus, die viele Dermatologen anbieten, werden meist nicht übernommen.

Solche Untersuchungen oder Behandlungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören, werden als "Individuelle Gesundheitsleistungen", kurz IGeL, bezeichnet. Sie müssen ausdrücklich vom Patienten gewünscht werden, was der Arzt schriftlich per Vertrag zu dokumentieren hat. Diese IGeL-Leistungen bezahlt der Patient dann selbst.

Dazu gehören die Hautkrebs-Screening-Untersuchung mit Auflichtmikroskopie sowie die computer-fotografische auflichtmikroskopische Dokumentation von Pigmentmalen.
Des Weiteren werden auch die Entfernung von gutartigen, kosmetisch störenden Muttermalen, und die Entfernung von altersbedingten Unregelmäßigkeiten der Haut wie Alterswarzen, Altersflecken und altersbedingten Blutschwämmchen in der Regel nicht übernommen.

Frau Angela Unholzer

Beratende Expertin: Dr. med. Angela Unholzer ist Hautfachärztin mit den Zusatzbezeichnungen Allergologie und Dermatohistologie. An der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Augsburg leitete sie von 2006 bis 2012 als Funktionsoberärztin die Lichtabteilung, die dermatologische Tagesklinik und die allgemeindermatologische Ambulanz. Seit 2012 ist sie in einer Praxis in der Nähe von Augsburg tätig.

 

Quellen:
1. Moll I: Dermatologie, 7. Auflage. Stuttgart Thieme Verlag 2010
2. Homepage der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention zur Vorsorge von Hautkrebs. Online: www.hautkrebs-screening.de (Abgerufen am 17.11.2013)
3. Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO). Online: http://ado-homepage.de/ (Abgerufen am 17.11.2013)
4. S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms", Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebshilfe, S3 LL Melanom, Version 2.5. Konsultationsfassung 29.06.2012
5. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Online: www.kbv.de (Abgerufen am 18.11.2013)

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


http://steroid-pharm.com

Buy Oxymetholone online in USA

www.pills24.com.ua