Haarausfall: Diagnose

Häufig weist das Muster des Haarausfalls bereits den Weg zur Diagnose. Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen nötig, zum Beispiel eine Blut- oder Haaranalyse, seltener eine Kopfhautbiopsie
aktualisiert am 26.06.2017

Warum fallen die Haare verstärkt aus? Verschiedene Untersuchungen können helfen, diese Frage zu beantworten

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Zuständig für Haut, Haare, Nägel: der Hautarzt

Zentraler Ansprechpartner ist der Dermatologe (Hautarzt), eventuell auch in einem spezialisierten Zentrum. Die Beratung erfolgt je nach Umstand in Abstimmung mit dem Haus-, Frauen- oder Kinderarzt.

Im Gespräch mit dem Patienten fragt der Hautarzt nach der Dauer und Stärke des Haarausfalls, nach weiteren Symptomen sowie nach Krankheiten, Medikamenten – auch eine schon mehrere Wochen zurückliegende Anwendung kann hier bedeutsam sein – und nach Lebensumständen, die das Haarwachstum beeinflussen könnten. Die Frage, ob ein naher Verwandter an Haarausfall leidet, ist ebenfalls von Interesse. Frauen mit Verdacht auf eine androgenetische (oder gar androgene) Alopezie wird der Arzt immer auch nach Veränderungen des Zyklus, Anwendung hormoneller Verhütungsmittel, Schwangerschaften und Geburten, je nach Alter auch zum Eintritt der Wechseljahre, befragen.

Blickdiagnose und Zupftest

Dann wird sich der Mediziner die Haare, Nägel und die Kopfhaut ansehen und beurteilen, ob eine Hautkrankheit vorliegt, ob die Nägel mitbetroffen und ob die Haare nur an bestimmten Stellen oder diffus über den ganzen Kopf verteilt lichter sind. Auch das übrige Körperbehaahrungsmuster wird der Arzt überprüfen.

Eventuell testet der Arzt, wie viele Haare sich bereits durch leichtes, schmerzloses Zupfen lösen (Zupftest oder klinischer Epilationstest). Er untersucht außerdem eventuell mit Hilfe einer Lupe, ob auf der haarlosen Kopfhaut noch Haarfollikel erkennbar sind. Das deutet darauf hin, dass die Haare prinzipiell wieder nachwachsen können. Der Haarverlust verläuft nicht vernarbend. Im Gegensatz dazu können sich beim seltenen vernarbenden Haarausfall keine neuen Haare mehr bilden. In diesem Fall wurden die Wurzeln irreparabel geschädigt.

Mikroskop, Fotos & Computer

Eventuell sieht sich der Arzt einzelne Haare unter dem Mikroskop an und beurteilt ihre Struktur, etwa ob er Anagen- oder Telogenhaare (siehe Kapitel "Wissenswert") oder abgebrochene Haare vor sich hat. Mit anderen Worten: Diese Haarwurzelanalyse (das Trichogramm) zeigt, welcher Anteil der Haare sich gerade im Wachstum befindet, und ob zum Beispiel ungewöhnlich viele Haare ihr Wachstum eingestellt haben. Für die Untersuchung werden etwa 50 bis 100 Haare an unterschiedlichen Bereichen der Kopfhaut ausgezupft.

Damit die Untersuchung eine gute Aussagekraft hat, sollte sich der Patient vier bis fünf Tage vorher das letzte Mal die Haare gewaschen haben. In manchen Fällen ist auch ein Phototrichogramm ausreichend. Hierfür wird keine Haarprobe benötigt, sondern die Haare werden an ein oder zwei kleinen, unauffälligen Stellen abgeschnitten. Diese Areale werden dann mit einer Kamera fotografiert und die Aufnahmen im Computer analysiert.

Gewebepobe aus der Kopfhaut

Um zu einer Diagnose zu kommen, ist mitunter die Untersuchung einer Gewebeprobe der Kopfhaut (eine Kopfhautbiopsie) unumgänglich. Die Entnahme erfolgt mit örtlicher Betäubung unter sterilen Bedingungen. Sie wird vor allem bei narbigen Alopezien notwendig sein oder bei unklaren nicht narbigen Alopezien.

Spurensuche manchmal auch im Blut

Vermutet der Mediziner Krankheiten oder Mangelerscheinungen als Ursache, können weitere Untersuchungen nötig sein. So können mit Hilfe einer Blutuntersuchung zum Beispiel Eisen-, Schilddrüsen- oder Entzündungswerte oder Immunphänomene bestimmt werden und möglicherweise eine Erkrankung aufdecken. Eine Untersuchung der Geschlechtshormone ist bei Frauen meist nicht erforderlich. Sie erfolgt nur beim Verdacht auf eine androgene Alopezie, zum Beispiel bei verstärkten Vermännlichungszeichen.


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