Duplexsonografie (und Dopplersonografie)

Die Duplexsonografie kombiniert Ultraschallbilder des Gewebes mit einer farbigen Darstellung des Blutflusses in den Gefäßen. Sie misst auch die Fließgeschwindigkeit des Blutes

von Dr. med. Dagmar Bischoff, aktualisiert am 10.04.2017
Ultraschall der Halsschlagader

Duplexsonografie der Halsschlagader


Bei Gefäßerkrankungen ist die Duplexsonografie eine einfache, schmerz- und risikofreie Untersuchung. Mittels Ultraschall kann diese Methode Einengungen durch Arterienverkalkungen, Erweiterungen der Arterien, sogenannte Aneurysmen, Gefäßverletzungen und angeborene Gefäßmissbildungen wie zum Beispiel AV-Fisteln darstellen. Außerdem lassen sich mit der Duplexsonografie die Gefäße nach Gefäßoperationen kontrollieren. In vielen Fällen kann sie aufwendigere Untersuchungsmethoden wie Röntgenuntersuchungen, CT oder MRT überflüssig machen.

Wie funktioniert die Duplexsonografie?

Wie jede andere Ultraschalluntersuchung arbeitet auch die Duplexsonografie mit Ultraschallwellen, die ein "Schallkopf" in den Körper sendet. Diese Schallwellen werden je nach Struktur und Dichteunterschiede der getroffenen Organe mehr oder weniger reflektiert. Das Gerät fängt die reflektierten Schallwellen über den Schallkopf wieder auf. Aus den Daten produziert es auf einem Monitor ein Abbild der inneren Organe und anderer Körperstrukturen. Soweit entspricht die Methode dem herkömmlichen Ultraschall.

Darüber hinaus liefert die Duplexsonografie aber noch weitere Zusatzinformationen. Sie macht in den Gefäßen und Organen auch den Blutstrom sicht- und hörbar und ermittelt seine Geschwindigkeit. Dabei misst sie den sogenannten Dopplereffekt: Auf den Schallkopf zufließendes Blut wirft verkürzte Schallwellen zurück, vom Schallkopf wegfließendes Blut längere Schallwellen. Ultraschalltechniken, die diesen Effekt nutzen, heißen Dopplersonografie. "Duplex" (doppelt) nennt man diese Untersuchung also, weil sie zwei Bilder übereinanderlegt – das normale Ultraschallbild und das einer farbkodierten Dopplersonografie.

Einsatzgebiete der Duplexsonografie

Mit der Duplexsonografie untersucht der Gefäßspezialist sowohl die Arterien, die das Blut vom Herzen zu den Organen transportieren, wie auch die Venen, in denen das Blut wieder zum Herzen zurückfließt. Arterien und Venen sind von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen.

Arterienverkalkung in den Blutgefäßen

Erkrankungen von Arterien

In den Arterien ist die Arterienverkalkung, medizinisch Arteriosklerose, die Ursache vieler schwerwiegender Krankheiten. Vereinfacht gesagt engen Verkalkungen die Gefäße zunehmend ein, bis die Blutversorgung des dahinter liegenden Gewebes nicht mehr gewährleistet ist. Es kommt zu Fehlfunktionen. Auch können sich an diesen Gefäßwandveränderungen Blutgerinnsel bilden, abreißen und dann in dahinter gelegenen kleineren Gefäßen einen Verschluss herbeiführen (Embolie). So kann die Verkalkung der Hirnarterien zum Schlaganfall und die Verkalkung der Herzkranzarterien zum Herzinfarkt führen. Eine Verkalkung der Beinarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit pAVK) kann sich hingegen durch die sogenannte "Schaufensterkrankheit" äußern: Dabei verspürt der Betroffene nach wenigen Metern durch die Minderdurchblutung der Beinmuskeln Schmerzen, die ihn immer wieder zum Anhalten zwingen, als würde er einen Schaufensterbummel machen.

Welche Arterien kann die Duplexsonografie darstellen?

Die Arterien bilden im menschlichen Körper einen weit verzweigten Gefäßbaum. Nicht alle Arterien sind gut für die Duplexsonografie zugänglich. Üblich ist die Untersuchung der Gehirn-, Hals-, Arm-, Bein- und Nierenarterien sowie der Bauchschlagader.

Die Duplexsonografie der Halsgefäße wird zum Beispiel durchgeführt nach einem Schlaganfall oder bei dem Verdacht auf vorübergehende Hirndurchblutungsstörungen (TIA), bei Schwindel, Gedächtnisstörungen, Ohrgeräuschen oder Kopfschmerzen.

Im Bauchbereich kann der Arzt mit der Duplexsonografie die Bauchschlagader (Aorta abdominalis) auf Verkalkungen oder gefährliche Erweiterungen untersuchen, sogenannte  Aortenaneurysmen. Auch die Nierenarterien, die Eingeweidearterien (Arteria mesenterica superior) und die Pfortader der Leber (Vena portae) kann er mit der Duplexsonografie beurteilen.

Bei Patienten mit vielen Risikofaktoren für Gefäßverkalkungen messen Ärzte oft die Wanddicke der Halsgefäße, um das Gesamtrisiko des Patienten besser einzugrenzen. Die Gefäßveränderungen an den Halsgefäßen dienen dabei als Spiegel, wie stark das gesamte Gefäßsystem betroffen ist.

Welche Venenveränderungen erfasst die Duplexsonografie?

Die wichtigsten Erkrankungen der Venen, bei deren Aufdeckung die Duplexsonografie hilfreich ist, sind Thrombosen und Erkrankungen der Venenklappen.

Wie Sie eine Thrombose im Bein erkennen

Als Venenthrombose wird der Verschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel bezeichnet, den sogenannten Thrombus. Diese Thrombose äußert sich meist in einer plötzlichen Schwellung verbunden mit Schmerzen im betroffenen Bereich. Insbesondere im Bereich des Oberschenkels können Thrombosen in vielen Fällen einfach und schnell in der Duplexsonografie diagnostiziert werden.

Außerdem setzt der Gefäßspezialist die Duplexsonografie zur Beurteilung der Venenklappen ein, die beim Krampfaderleiden (Varikosis) defekt sind. Der Experte spricht auch von der chronisch venösen Insuffizienz. Das führt nicht nur zu äußeren Krampfadern, sondern auch zu schmerzhaften Schwellungen der Beine und in fortgeschrittenem Stadium zu offenen Wunden.

Einsatzmöglichkeiten der Duplexsonografie

Ärzte wenden die Duplexsonografie an bei

  • der Untersuchung von Gefäßverengungen
  • der Früherkennung der Arterienverkalkung
  • der Thrombosediagnostik
  • dem Krampfaderleiden
  • der Kontrolle nach Operationen oder Stentimplantationen
  • der Untersuchung krankhafter Gefäßerweiterungen
  • der Untersuchung von Gefäßmißbildungen
  • der Untersuchung von entzündlichen Gefäßerkrankungen, zum Beispiel bei einigen rheumatischen Erkrankungen
  • der Untersuchung des Herzens

Wie läuft die Duplexsonografie ab?

Die Duplexsonografie ist eine unkomplizierte Diagnose-Methode, die keinen großen Aufwand verursacht. Eine spezielle Vorbereitung seitens des Untersuchten ist nicht erforderlich. In der Regel erfolgt die Untersuchung im Liegen. Die Haut der betreffenden Körperregion muss frei zugänglich sein. Der Arzt trägt Gel auf den Schallkopf auf, und bewegt diesen auf der Haut über dem Gefäß, das er darstellen will.

Ultraschalluntersuchung der Beine

Der Arzt beurteilt im normalen Ultraschallbild das Kaliber des Gefäßes, die Dicke der Gefäßwände und deren Beschaffenheit. Er grenzt Kalkablagerungen (arteriosklerotische Plaques) ab und misst sie aus. Zur Beurteilung des Blutflusses schaltet er am selben Gerät die Duplexsonografie ein. Die Fließgeschwindigkeit des Blutes ist abhängig vom Durchmesser des Gefäßes. Je schmaler ein Gefäß ist, desto schneller fließt das Blut hindurch. Außerdem wird die Strömung bei Verengungen verwirbelt. Beschleunigung und Verwirbelung macht die Duplexsonografie auf dem Monitorbild durch Farbänderungen sichtbar.

Alternativen zur Duplexsonografie

Alternativ kann der Arzt die Untersuchung der Gefäße mit einer Röntgenuntersuchung (Angiografie), einer Computertomografie (CT-Angiografie) und einer Kernspintomografie (MR-Angiografie) veranlassen. Die Röntgenuntersuchung und die Computertomografie sind mit einer Strahlenbelastung verbunden. Außerdem ist bei der Röntgenuntersuchung der Einsatz von Kontrastmittel erforderlich, das der Arzt in die Vene spritzt. Die Duplexsonografie geht dagegen nicht mit einer Strahlenbelastung einher. Auch andere Risiken sind nicht bekannt. Daher ist die Duplexsonografie oft die erste Wahl, um die Gefäße zu untersuchen. Ein entscheidender Vorteil des Ultraschalls gegenüber den anderen Verfahren besteht insbesondere in der Möglichkeit, in "Echtzeit" die Auswirkungen von Verengungen auf die Blutströmung zu beurteilen (Hämodynamik). Die anderen Untersuchungen wenden die Ärzte üblicherweise erst dann an, wenn der Ultraschall keine ausreichenden Informationen liefern kann.

Professor Dr. Max Nedelmann

Beratender Experte: Professor Dr. Max Nedelmann, Kursleiter der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), Chefarzt der Neurologie am Regio Klinikum Pinneberg

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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