Großer Bauchumfang erhöht Diabetes-Risiko

Fettdepots an der Körpermitte sind problematischer als an Hüfte und Schenkeln. Warum zu viel Fett am Bauch krank machen kann

von Ute Wild, 04.04.2016
Bauchumfang messen

Der Bauchumfang sollte bei Frauen unter 80, bei Männern unter 94 Zentimeter liegen


Fast ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland gilt unter Ärzten als behandlungsbedürftig fettleibig. Auch immer mehr Kinder leiden an Übergewicht. Dabei handelt es sich keineswegs nur um ein rein ästhetisches Problem: Übergewicht hat zahlreiche gesundheitsschädliche Auswirkungen, vor allem auf das Herz-Kreislauf-System und die Gelenke. Darüber hinaus gilt Fettleibigkeit als die Hauptursache für und seine gravierenden Folgeerkrankungen.

Die zentrale Rolle spielt dabei im wahrsten Sinn des Wortes die Körpermitte: Dort sitzt das Fett, das krank macht. Dabei unterscheiden Ärzte zwischen zwei Figurvarianten. Bei einer birnenartigen Körperform setzt sich Fett unter der Haut ab, meist an den Hüften und Schenkeln. "Schwabbel, der sich zwischen zwei Finger zwicken lässt", sagt Professor Peter Schwarz aus Dresden, "gilt medizinisch als unbedenklich."

Gefährliche Fettdepots am Bauch

Fett, das krank macht, sitzt an den Organen. Man erkennt dies an einer apfelförmigen Silhouette, die bei Männern typischerweise als "Bierbauch" bezeichnet wird. Worin besteht der Unterschied zwischen harmloseren und riskanteren Fettpolstern? "Fett, das sich um die Körpermitte anlagert, produziert Hormone", erklärt der Diabetes-Experte. "Diese fördern die Verfettung der inneren Organe, was Konsequenzen für den Zuckerstoffwechsel hat." Die häufige Rechtfertigung, zu einem echten Mann gehöre auch ein Bauch, hört der Wissenschaftler daher nicht gern.

Eine Studie der Universität von Alberta in Kanada zeigt, dass sich die Entwicklung des Diabetes und durch diesen bedingte Folgeerkrankungen mit gesunder Ernährung, Bewegung und einem Rauchstopp um bis zu zehn Jahre verzögern lassen.

Der Hausarzt Dr. Nikolaus Scheper empfiehlt Betroffenen, an einer Diabetes-Schulung teilzunehmen, wie sie die Deutsche Diabetes-Gesellschaft anbietet. Sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) sind zurzeit chronisch erkrankten Patienten vorbehalten. Ihr Hausarzt berät Sie jedoch, wo Sie geeignete Gruppen und Gelegenheit zum Austausch finden.

Geschmack neu entdecken

Anders als in der Vergangenheit, als das Thema Diabetes immer wieder mit Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel in Zusammenhang gebracht wurde, legen Schulungen heute den Schwerpunkt auf ausgewogene Ernährung und mehr Genuss statt Verbote. Hausarzt Scheper rät Patienten, frische und natürliche Produkte zu bevorzugen und möglichst selbst zu kochen. Bei Fertigprodukten ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe sinnvoll.

Besondere Vorsicht gilt bei sogenannten Light-Produkten. Sie enthalten häufig Zuckeraustauschstoffe und sind daher sehr süß. "Besser ist es, sich wieder an den natürlichen Geschmack zu gewöhnen", rät der Arzt. "Kaffee oder Tee schmeckt bald auch ohne Zucker gut." 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in Bonn hebt drei Punkte hervor, die für eine gezielte Ernährung bei einem Diabetes-Risiko wichtig sind: Erstens sollen höchstens 30 Prozent der täglichen Energiemenge aus Fett stammen. Zweitens sollen Gesundheitsbewusste nur zehn Prozent ihrer Tageskalorien über gesättigte Fettsäuren decken – das sind vor allem tierische Fette, die in Wurst, Fleisch, Butter und Käse stecken.

Zunehmende Bedeutung gewinnt die dritte Empfehlung: tägliche Vollkornprodukte, Obst und Gemüse zu essen. Studien wiesen nach, dass die darin enthaltenen Ballaststoffe helfen, Typ-2-Diabetes vorzubeugen. Ballaststoffe sättigen schnell. Folglich isst man weniger, nimmt weniger Kalorien und Zucker auf. Sie werden langsam verdaut, und der enthaltene Zucker gelangt gleichmäßig in das Blut.

Mehr Vollkorn essen

"Menschen, die regelmäßig Vollkornbrot essen, erkranken seltener oder später an Diabetes", erklärt Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Auch Vollkornreis oder -nudeln und Hülsenfrüchte liefern wertvolle Ballaststoffe. Experten empfehlen täglich 30 bis 40 Gramm.


https://steroid-pharm.com

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