Depressionen: Was können Angehörige tun?

Freunde und Familie sollten sich vor allem informieren – und die eigenen Grenzen kennen

aktualisiert am 07.04.2017
Hände

Trost spenden und für den Kranken da sein – für Angehörige keine einfache Aufgabe


Angehörige und Freunde eines Depressiven haben es nicht leicht. Zum einen wollen sie dem Patienten helfen, wissen aber oft nicht, was sie tun sollen – ein Zustand, der schwächt, statt zu stärken, wie es in einer solchen Situation hilfreich wäre. Zum anderen sind nahe Verwandte und enge Freunde von der Krankheit auch unmittelbar mit betroffen: Es ist nicht schön, einen geliebten Menschen leiden zu sehen; trotzdem löst das Verhalten des Depressiven manchmal auch negative Gefühle aus.

Meist werden die negativen Gefühle unterdrückt. Die Angehörigen fühlen sich verpflichtet, stets stark und verständnisvoll zu sein. Weil das soziale Umfeld zusätzlich häufig zunehmend Aufgaben übernimmt, die der Depressive vor der Erkrankung erledigt hat, kommt es schnell zu einem für alle Beteiligten großen und kontraproduktiven Gefühl der Überlastung.

Wichtig:

  • Informieren Sie sich ausführlich über die Krankheit Depression. Das nimmt die Unsicherheit im Umgang mit der Krankheit.
  • Eigene Grenzen kennen: Haben Sie als Angehöriger realistische Erwartungen an sich selbst. Ihre Rolle ist wichtig, doch Sie können weder den Therapeuten ersetzen, noch zu jedem Zeitpunkt perfekt funktionieren.

Machen Sie sich auch Ihre negativen Gefühle gegenüber dem Erkrankten bewusst. Sie dürfen sie auch behutsam äußern. Lassen Sie ihren Aggressionen jedoch keinen freien Lauf. Es hilft, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Ihr Verwandter oder Freund sich nicht "absichtlich" so verhält, um Sie zu ärgern, sondern seine Verhaltensweisen Teil seiner Krankheit sind.

Suchen Sie sich Hilfe

Wer hilft? Damit Sie auch über längere Zeit die Energie haben, Ihrem Angehörigen oder Freund zur Seite zu stehen, müssen Sie die eigenen "Batterien" immer wieder aufladen. Scheuen Sie sich nicht, auch selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sie benötigen. Gute Ansprechpartner sind der behandelnde Arzt oder Selbsthilfegruppen wie der "Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker". Hier bekommen Sie zudem ausführliches Informationsmaterial.


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