Tränende Augen: Was sind die Ursachen?

Ständig tränt das Auge – warum bloß? Viele Faktoren kommen als Auslöser infrage, zum Beispiel Wind, Rauch und Bildschirmarbeit. Hilfreiche Tipps

von Christian Krumm, aktualisiert am 10.10.2016

Tränende Augen können ziemlich stören


Tiefe Trauer, starker Schmerz, aber auch große Freude bringen Menschen zum Weinen. Doch manchmal tränen die Augen aus anderen Gründen.

"Es gibt zwei Arten von Tränensekretion", erklärt Dr. Thilo Schimitzek von der Augenklinik Kempten. Bei den eingangs beschriebenen emotionalen Reizen fließen wässrige Tränen. Zum eigenen Schutz produziert das Auge dagegen eine leicht fetthaltige Gleitflüssigkeit, die für die Beweglichkeit des Augapfels und den Lidschlag erforderlich ist.

Beide Arten von Tränen unterscheiden sich also in ihren Eigenschaften und ihrer Zusammensetzung. Probleme können auftreten, wenn die wässrigen Tränen den fetthaltigen Gleitfilm ausspülen. Mediziner sprechen dann trotz heftigen Tränenflusses vom trockenen Auge.

Gründe für tränende und trockene Augen

Neben Infektionen oder Lidfehlstellungen wie nach einwärts oder auswärts gedrehte Lider können äußere Faktoren wie Sonne, Wind, Rauch oder Fremdkörper die Tränen verstärkt fließen lassen. Aber auch konzentrierte Bildschirmarbeit zählt zu den möglichen Ursachen. "Der Lidschlag ist dann reduziert und benetzt das Auge nicht mehr ausreichend", erklärt Augenarzt Schimitzek. "Der Tränenfilm verdunstet, das Auge wird gereizt und entzündet sich." Trocke­ne Luft und Klimaanlagen verstärken das Problem.

Parfümstoffe in der Umgebung können ebenfalls allergische Augenreizungen hervorrufen, warnt Dr. Paul Diesel, Apotheker aus Weilheim. Er nennt noch eine andere mögliche Ursache: "Manche Medikamente können als Nebenwirkung zu trockenen Augen führen." In erster Linie seien das orale Verhütungs­mittel, Betablocker, Antihistami­nika und manche Psychopharmaka.

Augentropfen können helfen

Um die Symptome in den Griff zu bekommen ist es wichtig, den Tränenfilm zu korrigieren. Dafür eignen sich Augentropfen oder -gele, die es in unterschiedlichen Varianten gibt. Die "künstlichen Tränen" ersetzen den Gleitfilm, bis das Auge wieder das Gleichgewicht der Tränenproduktion gefunden hat.

"Welches Präparat sich für den Patienten am besten eignet, finden wir nur in einer individuellen Beratung heraus", sagt Diesel. Meist seien Einmal-Dosis-Behältnisse besser, weil sie keine Konservierungsmittel enthalten und deshalb besser verträglich sind. Bevor Augentropfen zum Einsatz kommen, sollten die Beschwerden aber von einem Augenarzt abgeklärt werden.

Um die Beschwerden zu lindern, rät Apotheker Diesel zu weiteren einfachen Maßnahmen: Für ausreichend Luftfeuchtigkeit in trockenen Räumen sorgen, Sonnen- und Sportbrillen nutzen und stets ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Warme Augenkompressen auf den geschlossenen Lidern können helfen, den Talg aus verstopften Tränenkanälen zu lösen.


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