Knochenkrebs (Osteosarkom)

Beim Osteosarkom handelt es sich um einen bösartigen Knochentumor. Diese Form von Knochenkrebs tritt vorwiegend bei Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen auf und betrifft vor allem die langen Röhrenknochen

aktualisiert am 23.02.2018
Skelett

Die Knochen geben dem Körper Halt. Ein Osteosarkom verändert ihre Struktur


Knochenkrebs (Osteosarkom) - kurz zusammengefasst

Das Osteosarkom ist ein relativ seltener Knochenkrebs, aber die häufigste bösartige Knochentumorform bei Kindern und Jugendlichen. Das Osteosarkom kann mit Schmerzen im Bereich der betroffenen Region - überwiegend in den gelenknahen Abschnitten der langen Röhrenknochen der Arme oder Beine – Schwellungen oder plötzlichen Brüchen auf sich aufmerksam machen.

Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt. Neben genetischen und wachstumsbedingten Ursachen werden auch eine vorausgegangene Strahlen- oder Chemotherapie genannt. Auch Menschen, die bestimmte erblich bedingte Erkrankungen haben oder an einer chronischen Knochenerkrankung leiden, haben ein erhöhtes Risiko für ein Osteosarkom. Meist lässt sich aber keine Ursache finden.

Mit bildgegebenden Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, Magnet-Resonanz-Tomografie oder Computertomografie lässt sich ein Osteosarkom darstellen. Um die Art des Tumors zu ermitteln, ist aber eine Gewebeentnahme (Biopsie) notwendig. Ein Computertomogramm und eine Röntgenuntersuchung der Lunge sowie eine Skelettszintigrafie sind notwendig, um eventuelle Tochtergeschwulste zu finden.

Die Therapie richtet sich nach der Art und Ausdehnung der Erkrankung. In der Regel behandeln spezialisierte Ärzte die Knochenkrebsart durch eine Kombination aus Chemotherapie und Operation. In Einzelfällen kann auch eine Strahlentherapie sinnvoll sein. Insgesamt haben sich die Überlebenschancen von Patienten mit einem Osteosarkom in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Was ist ein Osteosarkom?

Osteosarkome sind eine seltene Form von Knochenkrebs, sie sind jedoch die häufigsten bösartigen Knochentumoren im Kindes- und Jugendalter. Sie gehören zu den primären Knochentumoren, da sie sich direkt aus im Knochen vorkommenden Zellen entwickeln. Die Tumorzellen bilden im Gegensatz zu gesunden Knochenzellen unreife Knochengrundsubstanz ohne Kalkeinlagerung, so genanntes Osteoid.

Ein Osteosarkom kann zwar prinzipiell an jedem Knochen auftreten, am häufigsten betroffen sind jedoch die gelenknahen Abschnitte der langen Röhrenknochen. Zum Beispiel die Oberschenkel-Knochen oberhalb des Kniegelenks. Etwas seltener entwickeln sich Osteosarkome im Bereich von Schienbein- und Oberarm-Knochen. Der Tumor kann nur den Knochen selbst betreffen, meist ist jedoch auch das benachbarte Weichteilgewebe wie zum Beispiel Binde- und Muskelgewebe mitbetroffen.

Die feingeweblichen Eigenschaften des Osteosarkoms sind sehr vielfältig und damit auch das Verhalten des Tumors. In 80 bis 90 Prozent der Fälle liegen sogenannte konventionelle Osteosarkome vor. Es werden noch einige weitere Formen des Osteosarkoms unterschieden, diese kommen aber selten vor.

Diese Knochenkrebsart tritt insgesamt selten auf: Besonders betroffen sind jedoch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, da ein Osteosarkom vor allem während der Wachstumsphase in der Pubertät auftritt. Der Häufigkeitsgipfel liegt bei Mädchen bei 14 Jahren, bei Jungen bei 16 Jahren. Etwa zwei bis drei von einer Million Kinder unter 15 Jahren erkranken jährlich daran. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.

Knochenaufbau Schematische Darstellung

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für Osteosarkome sind noch nicht geklärt. Sie treten aber vornehmlich in der Wachstumsperiode eines jungen Menschen auf, also in der Kindheit und Pubertät, weshalb wachstumsbedingte Ursachen in Erwägung gezogen werden.

Auch eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Zudem ist das Risiko, an einem Osteosarkom zu erkranken, bei bestimmten erblichen Krankheiten (Retinoblastom, Li-Fraumeni-Syndrom, Bloom-Syndrom) erhöht. Ebenfalls scheint eine vorausgegangeneStrahlen- oder Chemotherpie das Risiko zu erhöhen. Auch chronische Knochenerkrankungen wie zum Beispiel ein Morbus Paget können einem Osteosarkom vorausgegangen sein.

Für die Mehrheit der Patienten (90 Prozent) findet man jedoch keine der oben genannten Risikofaktoren.

Abnehmen entlastet die Gelenke

Symptome

Treten Schmerzen im Bereich eines Knochens auf, kann dies auf ein Osteosarkom hinweisen. Die Umgebung des Tumors ist oft druckempfindlich, geschwollen oder gerötet. Befindet sich die Geschwulst in der Nähe des Gelenks, kann es eventuell zu einer schmerzhaften oder eingeschränkten Beweglichkeit kommen.
Normalerweise passt sich der Knochen in seiner Struktur den Belastungen des Alltags an. Ein Osteosarkom zerstört jedoch den normalen Aufbau des Knochens, er wird instabiler. Daher kann es zu Knochenbrüchen kommen, ohne dass eine entsprechende Gewalteinwirkung vorlag (Spontanfrakturen).

Allgemeine Krankheitssymptome machen sich meist erst bemerkbar, wenn der Tumor fortgeschritten ist und bereits in andere Organe gestreut hat. Dann kann es unter anderem zu Abgeschlagenheit, verminderter Leistungsfähigkeit und Fieber kommen.

Wichtig: Die oben beschriebenen Beschwerden deuten nicht zwingend auf ein Osteosarkom hin, sondern können auch andere Gründe haben. Wichtig ist, solche Krankheitszeichen sorgfältig durch erfahrene Ärzte beziehungsweise Kinderärzte untersuchen zu lassen.

Untersuchung im Krankenhaus

Diagnose eines Osteosarkoms

Die Verdachtsdiagnose lässt sich meist schon anhand einer Röntgenaufnahme erhärten. Die Röntgenuntersuchung gehört daher zu den primären Diagnoseverfahren.

Bei Verdacht auf ein Osteosarkom sollte der Patient unter 18 Jahren in ein Krankenhaus überwiesen werden, das auf Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist (Klinik für pädiatrische Onkologie/Hämatologie), da umfangreiche Untersuchungen und die Zusammenarbeit mehrerer Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen nötig ist. Auch betroffene Erwachsene sollten unbedingt in eine entsprechendes Zentrum eingewiesen werden, da die Diagnostik, Behandlung und Therapie meist identisch ist wie im Kindesalter.

Die genaue Lage und Größe des Tumors sowie seine Abgrenzung zu benachbarten Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gelenkkapsel lässt sich durch die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) bildlich darstellen. Da sich Weichteile und Knochenmarkanteile mit einer MRT besser darstellen lassen, wird dieses Verfahren bei der Erstdiagnose des Tumors bevorzugt eingesetzt.

Da eine Metastasierung des Tumors meist in die Lunge und/oder die Knochen erfolgt, werden weitere Untersuchungen angeschlossen: Tochtergeschwülste (Metastasen) im Knochen werden mit Hilfe der Skelett-Szintigrafie gesucht. Dazu verabreicht der Arzt eine radioaktive Substanz, die sich bevorzugt in Knochenbereichen mit hoher Stoffwechselaktivität (wie zum Beispiel Tumoren) anreichert. Um Absiedelungen (Metastasen) in der Lunge auszuschließen, muss sich der Patient einer Röntgenuntersuchung sowie einer Computertomografie der Lunge unterziehen.

Des Weiteren wird das Blut untersucht. In einigen Fällen können beim Osteosarkom beispielsweise bestimmte Enzyme wie die alkalische Phosphatase (AP) und Laktatdehydrogenase (LDH) erhöht sein. Ist die Laktatdehydrogenase deutlich erhöht, gilt dies als Zeichen für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Meist finden sich jedoch keine auffälligen Blutwerte.

Um die Diagnose zu sichern, muss eine Probe aus dem verdächtigen Gewebe entnommen werden (Biopsie). Das entnommene Gewebe wird dann von Spezialisten untersucht. Unter dem Mikroskop lassen sich die Tumorzellen erkennen und genau klassifizieren. Diese Probenentnahme und die Gewebeuntersuchung sollten unbedingt in einem auf Knochentumoren spezialisierten Zentrum erfolgen. Gleiches gilt dann auch für die anschließende Behandlung einschließlich der Operation.

Im Krankenhaus: Ein Patient bekommt eine Infusion

Therapie

Nachdem die Diagnose feststeht, erfolgt eine individuelle Planung der Behandlung/Therapie. In der Regel müssen sich Patienten zunächst einer Chemotherapie unterziehen. Dabei werden meist mehrere Zytostatika miteinander kombiniert. Die Chemotherapie soll den Tumor verkleinern und eventuell vorhandene verstreute Tumorzellen zerstören. Daran schließt sich ein chirurgischer Eingriff an, um das Osteosarkom zu entfernen. Liegen bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) vor, müssen diese – soweit möglich – ebenfalls operativ beseitigt werden. An die Operation schließt sich wieder eine Chemotherapie an.

Nur in Einzelfällen kommt eine Strahlentherapie zum Einsatz. Zum Beispiel dann, wenn der Tumor und/oder Metastasen trotz vorangegangener Chemotherapie bei der Operation nicht vollständig entfernt werden konnte.

Prognose

Insgesamt haben sich die Überlebenschancen für Patienten mit Osteosarkom in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Allerdings hängen die Heilungschancen von mehreren Faktoren ab. Zum einen von der Art und Lage des Tumors, zum anderen von der Größe des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose. Es spielt auch eine Rolle, ob der Tumor auf die Chemotherapie vor der Operation anspricht und wie gut es gelingt, den Tumor ganz zu entfernen. Daher lässt sich keine einheitliche Aussage über die Prognose machen. Die Prognose ist günstiger, wenn der Tumor gut auf die Chemotherapie anspricht und durch einen Operation vollständig entfernt werden kann. Sind Metastasen vorhanden, spielt für die Prognose vor allem eine Rolle, wo die Metastasen liegen und ob sie gut vollständig zu entfernen sind.

Nachsorge eines Osteosarkoms

Nach Therapieende haben Patienten regelmäßige Termine zur Nachsorge. Bei diesen Untersuchungen achten Ärzte nicht nur auf Anzeichen eines Rückfalls, sondern können auch möglicherweise bestehende Funktionseinschränkungen oder Spätfolgen der Chemotherapie erkennen und behandeln.

Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg.

Weitere Quellen:

kinderkrebsinfo.de: Osteosarkom (Kurzinformation). Online: https://www.kinderkrebsinfo.de/erkrankungen/weitere_solide_tumoren/osteosarkom/pohpatinfoosteosarkomkurz20101215/index_ger.html (Abgerufen am 18. Januar 2018)

Riede und Schäfer: Allgemeine und spezielle Pathologie, 4. Auflage, 1995

Piper et al.: Innere Medizin. Springer, Heidelberg 2007

Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2008 

PDQ Pediatric Treatment Editorial Board. Osteosarcoma and Malignant Fibrous Histiocytoma of Bone Treatment (PDQ®): Patient Version. 2018 Jan 5. In: PDQ Cancer Information Summaries [Internet]. Bethesda (MD): National Cancer Institute (US); 2002-. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK65942/ (Abgerufen am 06. Februar 2018)

Bielack S et al. (2016) Advances in the management of osteosarcoma. F1000Res. 2016 Nov 25;5:2767. eCollection 2016 (Abgerufen am 06. Februar 2018)

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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