ACTH: Das adrenocorticotrope Hormon

Das adrenocorticotrope Hormon (ACTH) ist ein lebenswichtiges Hormon, das Einfluss auf den Zucker-, Wasser- und Mineralstoffwechsel hat

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 30.03.2017
Chemikalien im Kühlschrank

Entnahme von Reagenzien aus dem Kühlschrank für Laboruntersuchungen


Kurz gesagt:

ACTH (adrenocorticotropes Hormon) stammt aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und beeinflusst über einen Regelkreis, in den sich das Zwischenhirn einschaltet, die Hormonbildung in den Nebennieren.

Was ist ACTH?

Das adrenocorticotrope Hormon (ACTH) ist ein Hormon aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Es wird im Drüsenanteil (Vorderlappen) der Hypophyse gebildet und ins Blut abgegeben. Das Hormon steuert die Aktivität der Nebennieren, zwei paariger Drüsen, die auf den Nieren sitzen. Unter ACTH-Einfluss produzieren sie Hormone wie Aldosteron und andere Mineralocorticoide, Glucocorticoide (vor allem Cortisol) und Androgene (männliche Geschlechtshormone). Die Hirnanhangsdrüse steht unter der Kontrolle des Hypothalamus. Dieser ist ein Teil des Zwischenhirns. Wenn der Hypothalamus das Corticotropin-Releasing Hormon (CRH) abgibt, wird dadurch die ACTH-Produktion in der Hypophyse angeregt.

Schlaflosigkeit

Welcher Wert ist normal?

Zwischen acht und neun Uhr morgens liegt der ACTH-Wert im Blutplasma normalerweise bei 10 bis 60 ng/l.

Wann steigt der Wert?

Die ACTH-Konzentration im Blut verändert sich im Lauf des Tages, wobei die Werte morgens am höchsten sind. CRH, ACTH und die Hormone der Nebennierenrinde stehen in enger Verbindung miteinander – sie bilden einen Regelkreis. Sind zum Beispiel Cortisol oder Aldosteron im Blut zu niedrig, wird vermehrt ACTH produziert. Somit steigt der Wert des ACTH bei Funktionseinschränkungen der Nebennierenrinde (Nebennieren-Insuffizienz = Morbus Addison; adrenogenitales Syndrom (AGS)).

Auch eine Überfunktion der Hypophyse – zum Beispiel bedingt durch einen gutartigen Tumor wie dem Hypophysenadenom – lässt den ACTH-Wert ansteigen. Schüttet der Hypothalamus zu viel CRH aus, nimmt das ACTH im Blut ebenfalls zu. Wird in der Folge zu viel Cortisol in der Nebennierenrinde gebildet, kommt es zum Cushing-Syndrom.

Auch manche Tumore außerhalb der Hypophyse können gelegentlich ACTH bilden, zum Beispiel bestimmte Formen von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom). ACTH wird außerdem bei Kälte und Stress vermehrt gebildet, wodurch auch der Cortisolspiegel steigt.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Der ACTH-Wert kann unter verschiedenen Voraussetzungen zu niedrig sein. Zum einen kommt es vor, dass die Hypophyse zu wenig davon produziert. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sie nicht richtig funktioniert (Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz). Zum anderen gibt es Krankheiten, bei denen die Nebennierenrinde zu viele Hormone produziert. Dann sinkt durch eine Rückkopplung im Regelkreis der ACTH-Wert.

Blutproben

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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