Calcitonin: Botenstoff für Kalzium und Phosphat

Calcitonin ist ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphathaushalt steuert. Erhöhte Werte können unter anderem auf Schilddrüsenerkrankungen hindeuten

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 30.03.2017

Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, die unter anderem Calcitonin produziert


Kurz gesagt:

Das Schilddrüsenhormon Calcitonin hilft, den Kalzium-Spiegel im Blut zu regulieren. Calcitonin wird in den C-Zellen der Schilddrüse produziert. Eine Erhöhung der Calcitonin-Konzentration über den Normalwert hinaus kommt unter anderem bei Schilddrüsenerkrankungen vor.

Was ist Calcitonin?

Calcitonin (Thyreocalcitonin, CT, humanes Calcitonin, hCT) ist ein körpereigener Botenstoff – ein so genanntes Peptidhormon. Hergestellt wird Calcitonin in bestimmten Zellen der Schilddrüse (den C-Zellen).

Calcitonin reguliert den Kalziumgehalt des Blutes: Ist zu viel Kalzium im Blut vorhanden, schütten die C-Zellen der Schilddrüse mehr Calcitonin aus. Dadurch gelangt weniger Kalzium aus dem Knochen ins Blut. Das Hormon bremst daher den Knochenabbau. Zum anderen fördert Calcitonin die Kalzium- und Phosphatausscheidung über Darm und Niere. Beides senkt den Kalziumgehalt im Blut. Ist die Kalziumkonzentration im Blut unauffällig, ist Calcitonin kaum nachweisbar. Auch Hormone des Magen-Darm-Trakts beeinflussen die Calcitonin-Ausschüttung.

Calcitonin wird auch als Medikament eingesetzt, zum Beispiel bei Knochenerkrankungen wie Osteoporose oder Morbus Paget (Osteodystrophia deformans). Bei zu hohen Kalziumkonzentrationen im Blut, wie sie etwa bei Tumorerkrankungen vorkommen können, wird Calcitonin ebenfalls als Medikament genutzt.

Welcher Wert ist normal?

Frauen weisen normalerweise eine Calcitonin-Konzentration von bis zu 5 ng/l auf. Bei Männern liegt die Konzentration etwas höher, nämlich bei bis zu 8,4 ng/l.

Wann steigt der Wert?

Erhöhte Calcitonin-Werte findet man vor allem bei einer Form von Schilddrüsenkrebs, dem C-Zell-Karzinom der Schilddrüse, aber zum Beispiel auch bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse oder bei einer Funktionsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz).

Manchmal nimmt der Arzt einen so genannten Pentagastrin-Stimulationstest vor: Dabei wird die Calcitonin-Konzentration künstlich erhöht. Das Testergebnis kann dem Arzt helfen, die Ursache eines erhöhten Calcitonin-Wertes zu ermitteln.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Niedrige Calcitonin-Werte kommen dann vor, wenn die Kalziumkonzentration im Serum am unteren Ende des Referenzbereichs liegt. Erniedrigte Werte spielen jedoch in der Diagnostik keine Rolle.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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