Rheumatoide Arthritis: Diagnose

Eine chronische Polyarthritis frühzeitig zu erkennen, ist nicht leicht, aber wichtig. Körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung und Röntgenbilder können Hinweise für die Diagnose liefern

aktualisiert am 29.02.2016
Untersuchung der Gelenke

Bei welcher Bewegung tritt der Schmerz auf? Eine Untersuchung des Gelenks schafft Klarheit


Je früher die rheumatoide Arthritis erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich die Gelenkzerstörung hemmen. Gerade in der Frühphase der Erkrankung, in der die Symptome noch sehr unspezifisch sind (siehe Kapitel Symptome), ist die Diagnosestellung allerdings oftmals schwierig.

Die Krankengeschichte des Patienten kann hier wegweisend sein. Bei der Untersuchung zeigen sich dem Arzt eventuell schon die typischen Gelenkveränderungen. Bluttests und bildgebende Verfahren, wie Röntgenuntersuchungen tragen dann dazu bei, den Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis zu erhärten. Bei einer frühen Rheumatoiden Arthritis können die Röntgenveränderungen allerdings fehlen. Denn Röntgenaufnahmen zeigen vor allem, ob es bereits zu einem Schaden gekommen ist. Andere Untersuchungsmethoden wie Ultraschalluntersuchungen (Sonografie), Magnetresonanztomografie und Szintigrafie liefern in solchen fühen Stadien oft Hinweise auf die aktive Entzündung.

Viele Rheumatologische Praxen und Zentren bieten mittlerweile Sprechstunden für die Frühdiagnostik der Rheumatoiden Arthritis an. Überwiesen durch den Hausarzt, ist es dort möglich, einen kurzfristigen Termin bei einem Rheumatologen (Spezialist für rheumatische Erkrankungen) zur Untersuchung zu bekommen. So kann bei Bestätigung der Diagnose eine möglichst rasche Therapie erfolgen.

Diagnose-Kriterien

Die Kriterien des "American College of Rheumatology (ACR)" aus dem Jahr 2010 helfen dem Arzt bei der Diagnosefindung. Berücksichtigt und nach einem Punkteschema gewertet werden dabei:

  • die Anzahl und Art der beteiligten Gelenke
  • die Dauer der Gelenkentzündung (kürzer oder länger als sechs Wochen)
  • Ergebnisse von Blutuntersuchungen (Rheumafaktor, Autoantikörper gegen citrullinierte Peptide, Entzündungsparameter wie CRP, BSG – mehr dazu weiter unten im Text)

Wie aktiv die Krankheit im Moment ist, und wie gut die begonnene Therapie anschlägt, lässt sich mit Hilfe eines anderen Schemas einschätzen – dem sogenannten "Disease Activity Score" (DAS, Krankheits-Aktivitäts-Score) der EULAR (The European League Against Rheumatism). Der Arzt ermittelt dazu die Zahl der geschwollenen oder druckschmerzhaften Gelenke, berücksichtigt den Blutwert BSG und fragt nach dem subjektiven Empfinden des Patienten. Es ergibt sich ein Punktwert, der auf eine fehlende, niedrige, mittlere oder hohe momentane Krankheitsaktivität schließen lässt.

Körperliche Untersuchung


Der Arzt untersucht meist alle Gelenke (nicht nur die betroffenen) auf Schwellung, Druckempfindlichkeit, Funktionsbeeinträchtigung und sucht nach Rheumaknoten.

Blutspende: Blutabnahme beim Patienten

Blutuntersuchung

Anhand der im Blut messbaren erhöhten Entzündungswerte (Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), C-reaktives Protein (CRP)) lässt sich abschätzen, wie aktiv die Krankheit ist. Allerdings sind diese Werte zu Beginn der Erkrankung nicht selten normal und andererseits auch bei anderen chronischen und akuten Entzündungen oder Infektionen erhöht.

Der Rheumafaktor gehört zu den Antikörpern, die gegen körpereigenes Gewebe reagieren und mit Autoimmunerkrankungen assoziiert sind (Autoantikörper). Rheumafaktoren lassen sich bei 65 bis 75 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis nachweisen. Allerdings finden sie sich in seltenen Fällen auch beim gesunden Menschen und häufiger auch bei anderen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis. Autoantikörper gegen citrullinierte Peptide sind ähnlich häufig, aber spezifischer für die Erkrankung.

Bei bereits länger dauernder, unbehandelter rheumatoider Arthritis kann auch das Blutbild im Sinne einer Blutarmut, bedingt durch die Entzündung, verändert sein (Entzündungsanämie).

Röntgenaufnahme von zwei Händen

Bildgebende Untersuchungen

Üblicherweise werden zum Nachweis der für die Erkrankung typischen Gelenkveränderungen Röntgenbilder der betroffenen Gelenke und der Hände/Füße angefertigt. Das Röntgenbild kann zunächst unauffällig sein. Typische Veränderungen sind Knochendefekte am äußeren Rand der Gelenkflächen, gelenknaher Kalksalzmangel im Knochen (Osteoporose) und Gelenkfehlstellungen.

Mit Ultraschall können entzündliche Veränderungen der Gelenkinnenhaut und Gelenkergüsse gut beurteilt werden. Andere bildgebende Verfahren, wie die Magnetresonanztomografie und die Szintigrafie können bei speziellen Fragstellungen ebenfalls hilfreich sein.


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