Nahrungsmittelallergien: Ursachen

Eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen eigentlich harmlosen Stoff – den Allergie-Auslöser – verursacht die typischen Symptome

aktualisiert am 09.04.2018

Kreuzallergie: Manche Pollenallergiker reagieren auch auf bestimmte Obstsorten


Das menschliche Immunsystem ist eine Art Gesundheitspolizei des Organismus. Es entfernt in den Körper eingedrungene Krankheitskeime, beseitigt fremde Substanzen und zerstört auch körpereigene Zellen, die außer Kontrolle geraten sind, wie zum Beispiel Krebszellen. Dazu muss das Immunsystem lernen, zwischen "körpereigen" und "körperfremd", und zwischen "gefährlich" und "ungefährlich" zu unterscheiden.

Bei Lebensmitteln handelt es sich einerseits um körperfremde Substanzen, andererseits sind sie für das Überleben unerlässlich, also ungefährlich. Es wäre folglich unsinnig, wenn das Immunsystem dagegen kämpfte. Jedoch genau das passiert bei einer Nahrungsmittelallergie (siehe weiter unten: "Mechanismen der Nahrungsmittelallergie").

Die Ursachen von allergischen Erkrankungen sind bislang nicht vollständig geklärt. Familiär gehäuftes Auftreten spricht für eine erbliche Komponente. Wer die Veranlagung für eine überschießende Reaktion des Immunsystems in sich trägt hat ein erhöhtes Risiko, an einer Allergie zu erkranken.

Darüber hinaus spielen auch Umweltfaktoren eine Rolle. Angeschuldet wird beispielsweise ein Übermaß an Hygiene. Dadurch kann – so die Theorie - das Immunsystem nicht ausreichend reifen oder wird möglicherweise fehlerhaft ‚programmiert’ und reagiert gegen harmlose Substanzen. Umgekehrt scheinen Kinder, die sich viel in Tierställen aufhalten, seltener an Allergien zu erkranken.

Prinzipiell kann jedes eiweißhaltige Lebensmittel eine Allergie auslösen. Für das Spektrum der Auslöser spielen auch die Ernährungsgewohnheiten eine Rolle. Dennoch lassen sich einige Nahrungsmittelgruppen benennen, die besonders häufig Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Pollenallergiker können auch von einer Kreuzreaktion betroffen sein, die dazu führt, dass bei ihnen auch bestimmte Lebensmittel Allergiesymptome auslösen können (siehe weiter unten: "Auslöser").

Mechanismen der Nahrungsmittelallergie

Bei einer Nahrungsmittelallergie folgt auf den Kontakt mit an sich harmlosen Substanzen in den Speisen eine überschießende Reaktion des Immunsystems. Bestimmte Abwehrproteine sind dabei wesentlich beteiligt: Die Immunglobuline der Klasse E oder IgE-Antikörper. Sie sind gegen körperfremde Eiweiße (Antigene) gerichtet – im Fall der Nahrungsmittelallergie gegen Lebensmittelproteine.

IgE-Antikörper werden nach dem erstmaligen Kontakt mit dem Antigen von bestimmten Immunzellen gebildet. Man spricht von einer Sensibilisierung. Die Antikörper heften sich an allergieauslösende Zellen und bei neuerlichem Kontakt mit dem Antigen bilden sich Komplexe, die diesen Kontakt mit der Freisetzung von Botenstoffen beantworten. Zu den bekannteren zählt das Histamin. Es ist dafür verantwortlich, dass es nach dem Genuss eines Nahrungsmittels, gegen das der Betroffene sensibilisiert ist, zu Hautjucken, Bildung von kleinen Hautschwellungen (Quaddeln), Gewebeschwellungen oder einer Gefäßweitstellung mit Blutdruckabfall kommt.

Diese Symptome treten meist innerhalb von wenigen Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf, daher spricht man auch von einer allergischen Soforttypreaktion oder Typ-1-Reaktion.

Seltener als die IgE-bedingten Nahrungmittelallergien sind solche, die von den sogenannten T-Immunzellen vermittelt werden. Bei dieser Form kommt es nicht zu allergischen Soforttypreaktionen, sondern zu einer Reaktion vom Spättyp (Typ-4-Reaktion). Erst nach ein bis zwei Tagen zeigt sich zum Beispiel ein Hautausschlag (Ekzem). T-zellvermittelte Nahrungsmittelallergien können beispielsweise eine Rolle spielen, wenn sich die Hautsymptome einer Neurodermitis durch bestimmte Lebensmittel verschlimmern.

Auslöser von Nahrungsmittelallergien

Prinzipiell kann jedes Nahrungsmittel eine Allergie auslösen. Bei Kindern bereiten Kuhmilch, Hühnerei, Soja, Weizen und Erdnuss am häufigsten Probleme. Bei Erwachsenen sind es Haselnuss, Sellerie, Obst und Fisch. In zunehmender Zahl werden auch Allergien auf Hülsenfrüchte oder Soja beobachtet.

Bei den pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien richten sich die IgE-Antikörper primär gegen Antigene in den Pollen. Diese Antigene ähneln jedoch manchmal denen in bestimmten Nahrungsmitteln (zum Beispiel in Obst und Gemüse), sodass die IgE-Antikörper auch an diese binden – man spricht von einer Kreuzreaktion.

Eine pollenassoziierte Lebensmittelallergie kann daher schon beim ersten Kontakt mit einem Nahrungsmittel auftreten und auch zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen. Häufiger treten allerdings Reaktionen im Mundbereich, als orales Allergiesyndrom bezeichnet, auf. Wer etwa gegen Baumpollen allergisch ist, könnte auch empfindlich auf Apfel, Haselnuss, Karotte, Kirsche, Kiwi, Nektarine, Pfirsich, Sellerie und Soja reagieren. Bei einer Sensibilisierung gegen Beifußpollen beobachtet man gehäuft eine Kreuzallergie gegen bestimmte Gewürze, Karotte, Sellerie oder Sonnenblumensamen.


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