Pulmonale Hypertonie: Ursachen

Der Blutdruck im Lungengefäßsystem ist normalerweise niedrig. Verschiedene Ursachen können zu Veränderungen an den Blutgefäßen führen, die dann einen Lungenhochdruck verursachen

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 30.04.2014
Darstellung, Lungenembolie und Bein-Thrombose

Nur eine mögliche Ursache der pulmonalen Hypertonie: eine Lungenembolie. Dabei verstopft ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß in der Lunge. Das Gerinnsel hat sich häufig von einem größeren Blutgerinnsel im Bein gelöst (Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)


Bei einem gesunden Menschen liegt der mittlere Blutdruck im Lungengefäßsystem bei circa 15 mmHg. Zum Vergleich: Der mittlere Blutdruck im Körperkreislauf beträgt etwa 80 bis 100 mmHg.

Das rechte Herz, das das Blut durch den Lungenkreislauf pumpt, ist daher muskelschwächer als das linke Herz, das das Blut durch den Körperkreislauf pumpt. Deshalb stört schon eine vergleichsweise mäßige Druckerhöhung die Funktion des rechten Herzens.

Bei dauerhaften Werten über 25 mmHg spricht man von einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck).

Wie entsteht eine pulmonale Hypertonie?

Am Beginn eines Lungenhochdruckes steht meistens eine Verengung der Gefäße durch die Muskeln in den Gefäßwänden. Ein Auslöser dafür kann zum Beispiel ein übermäßig starker Blutfluss in der Lunge sein oder ein niedriger Sauerstoffgehalt des Blutes. Im Laufe der Zeit kommt es zu typischen Veränderungen. Die Gefäßwände werden von Bindegewebsfasern durchsetzt. Die Innenschicht kann in den Hohlraum (das Lumen) des Blutgefäßes hineinwuchern, bis er nahezu verschlossen ist. Die Blutgefäße verlieren ihre Elastizität, sie werden starr und eng.

Eine andere Ursache für einen Lungenhochdruck ist der Untergang kleiner Lungengefäße nach Verschlüssen durch Blutgerinnsel (Embolien) oder durch krankhafte Veränderungen des Lungengewebes. Warum führt das zu einem Lungenhochdruck? Um diesen Zusammenhang zu verstehen, braucht man ein wenig Physik: Der Druck in einem Gefäßsystem ist umso niedriger, je größer der Querschnitt des Gefäßes ist. Der Gesamtquerschnitt des Lungengefäßsystems setzt sich aus der Summe aller Querschnitte aller Lungengefäße zusammen. Werden die Gefäße weniger wird folglich der Gesamtquerschnitt kleiner. Der Blutdruck in der Lunge steigt und das rechte Herz muss gegen einen erhöhten Widerstand anpumpen.

Ursachen: Wann kann es zu einem Lungenhochdruck kommen?

Nur selten kommt ein Lungenhochdruck isoliert vor. Mediziner sprechen dann von einer "idiopathischen pulmonalen Hypertonie". Immer wieder werden auch Appetitzügler beschuldigt einen Lungenhochdruck auszulösen. In den meisten Fällen tritt er jedoch als Komplikation einer anderen Erkrankung von Herz, Kreislauf oder Lunge auf.

Bei der vermutlich größten Gruppe der Betroffenen bildet sich der Lungenhochdruck in Folge einer Linksherzschwäche. Hier kommt es durch die Pumpschwäche des linken Herzens zu einem Rückstau von Blut im Lungenkreislauf. Dieser löst dann die oben geschilderten Veränderungen im Lungengefäßsystem aus.

Eine weitere große Gruppe sind die Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen. Bei ihnen ist der Lungenhochdruck entweder Folge eines chronischen Sauerstoffmangels oder von krankheitsbedingten Veränderungen des Lungengewebes. Bei einem ebenfalls relevanten Anteil der Patienten entwickelt sich der Lungenhochdruck aufgrund immer wiederkehrender Verschlüsse kleiner Lungengefäße (Lungenembolien). Wie meistens in der Medizin gibt es auch Mischformen der verschiedenen Krankheitsbilder.

Neue Entwicklungen in der Erforschung des Lungenhochdruck

Dass ein Sauerstoffmangel zu einer Engstellung der Blutgefäße führt, ist schon lange bekannt. Mit diesem Mechanismus sorgt die Lunge dafür, dass vorwiegend die Lungenbläschen durchblutet werden, die auch gut belüftet sind. 2013 ist es Forschern gelungen, den molekularen Signalweg zu entschlüsseln, der dafür veranwortlich ist, dass die Gefäße enger werden. Damit bieten sich in Zukunft möglicherweise neue Möglichkeiten, einen Lungenhochdruck zu behandeln, oder, noch besser, zu verhindern, dass er sich überhaupt ausbildet.


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