Blutungen außerhalb der Regel, Zwischenblutungen

Menstruationsstörungen, ob leichte Schmierblutungen oder länger anhaltende Zusatzblutungen, sollte eine Frau immer ernst nehmen. Mehr über Ursachen und Therapie bei Blutungen außerhalb der Regel

von Andrea Blank-Koppenleitner , aktualisiert am 16.05.2018

Blutungen außerhalb der Regel können verschiedene Ursachen haben


Was sind Zwischenblutungen?

Zwischenblutungen treten zusätzlich zu den normalen Regelblutungen auf. In Abständen geht Blut ab, entweder nur schwach oder auch heftiger, für ein, zwei oder mehrere Tage. Es kann sich dabei um Schmierblutungen (sogenanntes Spotting) handeln oder um ausgeprägte Zusatzblutungen.

Solche Menstruationsstörungen sind nicht normal. Daher sollte ein Frauenarzt die Ursache abklären. Zuerst wird er ausschließen, ob nicht eine Schwangerschaft beziehungsweise damit zusammenhängende Probleme vorliegen. Dann sucht er nach anderen möglichen Ursachen, etwa Erkrankungen an den Geschlechtsorganen. Auch können Hormonstörungen verantwortlich für außergewöhnliche Blutabgänge sein (dysfunktionelle Blutungen). Sie treten häufiger auf, wenn der Zyklus natürlicherweise unregelmäßiger ist, etwa einerseits in sehr jungen Jahren, nach Einsetzen der Geschlechtsreife, andererseits in der Zeit vor den Wechseljahren.

Menstruationszyklus der Frau: Was gilt als normal?

Einmal im Monat die Menstruation – diese "Regel" kennen sehr viele Frauen. Doch hat jede Frau ihren eigenen Rhythmus. Das heißt: Der Abstand zwischen zwei Blutungen, ihre Dauer und Stärke sind individuell verschieden. Dennoch gibt es ein paar Anhaltspunkte dafür, was als "normal" gelten kann. Frauenärzte gehen von folgenden Erfahrungswerten aus:

 

  • Ein Zyklus dauert im Mittel 27 bis 28 Tage.
  • Die Regelblutung dauert etwa vier bis fünf Tage
  • Der durchschnittliche Blutverlust beträgt 50 Milliliter

Infografik: So läuft der Monatszyklus ab

Animation: Weiblicher Zyklus ("Muster-Zyklus": 28 Tage; Befruchtung: Ansicht beispielhaft bis Tag 23). Start über den Playbutton

Was im normalen Monatszyklus und bei einer Befruchtung passiert, zeigt vereinfacht unsere Animation. Kurz zur Erklärung: FSH (follikelstimulierendes Hormon) fördert die Eireifung in der ersten Zyklusphase, der Östrogen-Spiegel steigt. Die Östrogene unterstützen auch den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Auf dem Höhepunkt der Eireifung setzt LH (Luteinisierendes Hormon) den Eisprung in Gang. Progesteron prägt als Gelbkörperhormon die zweite Zyklushälfte. Östrogen, Progesteron und weitere Hormone wie hCG spielen sodann in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle.

Näheres im Kapitel "Menstruationszyklus/Was den Zyklus beeinflusst" in diesem Artikel und unter "" auf unserem Partnerportal

Viele Einflüsse: Von der Psyche bis zum Notfall

Auch die Psyche spielt bei Blutungsstörungen eine Rolle. Denn zwischen Hormonen und Psyche gibt es vielfältige Wechselwirkungen. Außerdem haben bestimmte Stoffwechselerkrankungen Einfluss auf den Zyklus.

! Achtung: Plötzlich auftretende, heftige Blutungen sind als Notfall anzusehen. Das bedeutet für die betroffene Frau, dass sie umgehend einen Frauenarzt, eine Notfallpraxis oder eine Frauenklinik aufsucht beziehungsweise sich dorthin bringen lässt. Ist die Blutung mit ungewöhnlich starken Schmerzen und/oder deutlicher körperlicher Schwäche wie Kollapsneigung verbunden, umgehend den Notarzt (Rettungsdienst, Tel. 112) rufen.

Menstruationsstörung, Zwischenblutung: Diagnose

Als erster Schritt wird der Arzt, wenn er die Patientin noch nicht kennt, ein ausführliches Gespräch mit ihr führen. Dabei geht es um die bisherige Entwicklung des Zyklus und die persönliche Krankengeschichte (Anamnese). Bescheid wissen muss er zum Beispiel über frühere Schwangerschaften, Fehlgeburten, unerfüllten , gynäkologische und andere Operationen, andere Krankheiten und entsprechende medizinische Behandlungen, insbesondere auch hormoneller Art.

Aktuell relevant sind Angaben der Patientin über den Verlauf der letzten Monatsblutungen und damit verbundene Besonderheiten und Beschwerden. Ist die Patientin schon öfter in derselben Arztsprechstunde gewesen, wird der Arzt das Gespräch vor allem auf die aktuellen Beschwerden fokussieren.

Nach der sich anschließenden gynäkologischen Untersuchung führt der Arzt auch eine Ultraschalluntersuchung durch. Möglicherweise wird er der Patientin raten, über einen oder mehrere Zyklen die morgendliche Körpertemperatur (vor dem Aufstehen) zu messen. Die so erhaltene Basaltemperaturkurve gibt Aufschluss darüber, ob und wann ein Eisprung stattfindet, was wiederum eine Einschätzung der Eierstocksfunktion ermöglicht. In einem Menstruationskalender sollte die Patientin außerdem Häufigkeit, Dauer und Stärke der Regelblutungen über einen bestimmten Zeitraum festhalten.

Gegebenenfalls wird nach Bewertung der Befunde eine weitere Überprüfung mittels Ausschabung der Gebärmutter (je nach Instrument auch als Kürettage oder Abrasio uteri bezeichnet) oder Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) empfohlen. Eine hormonelle oder im weitesten Sinn psychische Ursache für die Menstruationsstörung ist anzunehmen, wenn Anhaltspunkte für eine organische Erkrankung fehlen, insbesondere im Bereich der inneren Fortpflanzungsorgane.

Die wichtigsten Ursachen von Zwischenblutungen finden Sie in der nachfolgenden Liste. Bei der Abklärung einer hormonellen Ursache kann im Vorfeld die oben erwähnte Zyklusdiagnostik weiterhelfen. Ergänzende Untersuchungen beinhalten dann häufig spezielle hormonelle Tests.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Ursachen von Zwischenblutungen

  • Hormonstörungen wie Gelbkörperschwäche, Östrogenschwankungen, Unregelmäßigkeiten der stimulierenden Hormone FSH und LH
  • Ovulationsblutung durch Absinken des Östrogenspiegels
  • Hormoneller Einfluss von Verhütungsmitteln
  • Myome
  • Polypen
  • Endometriose (Wucherungen außerhalb der Gebärmutterhöhle)
  • Portioektopie (gutartige Gewebserkrankung am Muttermund)
  • Entzündungen an der Gebärmutter und/oder den Eierstöcken
  • Tumoren an äußeren und inneren Geschlechtsorganen (Vulva, Scheide, Gebärmutterhals, Gebärmutter)
  • Psychische Belastungen
  • Verletzte Blutgefäße, etwa nach sexuellem Kontakt
  • Spirale
  • Eileiterschwangerschaft
  • Stoffwechselerkrankungen: Schilddrüsenstörungen, Diabetes
  • Leber- und Nierenerkrankungen

Therapie bei Zwischenbutungen

Scheinbar banal, aber klar: Die Behandlung von Blutungsanomalien richtet sich nach der genauen Diagnose. Ziel ist also, die Blutungsursache zu beseitigen und außerdem mögliche Folgen wie zum Beispiel eine Blutarmut zu vermeiden.

Infrage kommen hormonelle Medikamente, etwa bei einer Hormonstörung, gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente über einen bestimmten Zeitraum, chirurgische Maßnahmen, psychosomatische Therapien und Selbsthilfemaßnahmen, um das Lebensgefühl und Wohlbefinden zu verbessern.

Info: In den weiteren Kapiteln dieses Ratgebers (siehe Inhaltsverzeichnis oben) sind nach den wichtigsten Fakten zur Menstruation die Hauptursachen für ungewöhnliche Blutabgänge beschrieben. Sie finden jeweils eine kurze Übersicht über typische Symptome der infrage kommenden Krankheiten und mögliche Diagnose- und Therapiemaßnahmen.

Wichtig:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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