Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Diagnose

Wichtige Hinweise auf eine Myokarditis können Elektrokardiogramm und Echokardiografie geben

aktualisiert am 28.01.2015
Untersuchung beim Arzt

Abhören des Herzens: Ungewöhnliche Herzgeräusche können auf eine Herzmuskelentzündung hindeuten


Der Arzt erkundigt sich nach der Krankengeschichte und den Beschwerden des Patienten. Die Symptome einer Myokarditis sind allerdings nicht spezifisch (siehe Kapitel Symptome).

Körperliche Untersuchung

Auch die körperliche Untersuchung kann nur Hinweise auf eine mögliche Herzmuskelentzündung geben. Hierzu gehören die Dokumentation von Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur. Wichtig ist das Abhören (die Auskultation) von Herz und Lunge mit dem Stethoskop.

Am Herz wird der Arzt besonders auf Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus und ungewöhnliche Geräuschphänomene achten (Reibegeräusch bei Herzbeutelentzündung, Herzklappengeräusche). Bei der Lunge können Rasselgeräusche Zeichen einer Herzschwäche sein.

Blutspende: Blutabnahme beim Patienten

Technische Untersuchungen zur Diagnose einer entzündlichen Herzmuskelerkrankung

Hat die Myokarditis zur Schädigung von Herzmuskelzellen geführt, können im Blut eventuell erhöhte Werte bestimmter Herzenzyme nachgewiesen werden: Kreatinkinase (CKMB) und Troponin.

Ein ansteigender BNP-Titer deutet auf eine sich anbahnende Herzmuskelschwäche hin.

Die Bestimmung von Antikörpern gegen Viren oder Herzmuskulatur ist in der Regel wenig aussagekräftig. Besteht Verdacht auf nicht-virale Erreger einer Herzmuskelentzündung, ist es sinnvoll, entsprechende Labortests durchzuführen.

EKG: Die Herzstrommessung gibt Auskunft über Rhythmusstörungen

Im Elektrokardiogramm (EKG) können bestimmte Abnormitäten sowie vor allem der Nachweis von Herzrhythmusstörungen (bei 55 Prozent der Patienten) wertvolle Hinweise auf eine Herzbeteiligung bei einem viralen Infekt geben.

Die Echokardiografie ist bei Verdacht auf Myokarditis eine nicht verzichtbare Untersuchungsmethode. Sie gibt wichtige Informationen über die Funktion der Herzkammern, insbesondere der linken Herzkammer, welche die größte Pumpleistung zu erbringen hat, sowie über eventuelle Wandbewegungsstörungen. Neuere Untersuchungstechniken wie der Gewebedoppler haben die diagnostische Genauigkeit noch weiter verbessert.

Echokardiografie vom Herz

Vor allem erlaubt die Echokardiografie schon in einer frühen Phase der Erkrankung zu unterscheiden, ob es sich um eine eher milde oder eine schwere Verlaufsform handelt, welche die Herzfunktion massiv beeinträchtigt. Ferner sind bei einer Miterkrankung des Herzbeutels (Perikards) schon geringe Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel (Perikarderguss) zu erkennen.

Die Kernspintomografie des Herzens (Kardio-MRT oder Cardiac magnetic resonance imaging) ist ein weiteres wichtiges bildgebendes Untersuchungsverfahren, welches einen Hinweis auf einen Herzmuskelschaden und einen Entzündungsprozess geben kann. Es gibt jedoch keine Auskunft über den Erreger oder die Art des Entzündungsprozesses.

Die Sicherung der Diagnose Myokarditis ist letztlich nur durch feingewebliche (histologische), immunhistologische und molekularbiologische Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Herzmuskel (Myokardbiopsie) möglich. Voraussetzung ist, dass tatsächlich Gewebe aus einem Entzündungsherd gewonnen wird, was bei der fleckförmigen Verteilung dieser Herde im Herzmuskel schwierig sein kann. In der Regel müssen daher mehrere Gewebsproben von verschiedenen Stellen entnommen werden.

Die Myokardbiopsie ist keine Routinemethode bei Verdacht auf Myokarditis, sollte aber bei anhaltender oder sich weiter verschlechternder Herzfunktion (nach Ausschluss anderer Ursachen) von Spezialisten vorgenommen und mit entsprechendem Fachwissen aufgearbeitet werden.


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