Brustkrebs (Mammakarzinom): Aufbau der Brust – und was sich im Gewebe verändert

Millionen Frauen spüren die Hormone mit jedem Monatszyklus: Vor der Regelblutung beginnt die Brust zu spannen oder fühlt sich knotiger an. Nach den Wechseljahren legt sich das. Dafür lässt die Form des Busens nach

aktualisiert am 26.06.2017
Frau tastet ihre Brust ab

Das Auf und Ab der Hormone im Monatszyklus beeinflusst auch das Brustgewebe


So ist die Brust aufgebaut

Die weibliche Brust (lateinisch "Mamma") besteht aus Drüsen-, Fett-, Bindegewebe und Haut. Zudem verfügt sie über Nerven, Blut- und Lymphgefäße. Über diese Bahnen ist die Brust mit dem Nerven-, Immun- und Gefäßsystem des Körpers verbunden.

Die Brustdrüse selbst setzt sich aus etwa 15 bis 20 verzweigten, unterschiedlich großen Drüsen (Drüsenlappen) zusammen. Sie sind jeweils von Binde- und Stützgewebe umgeben. Jeder dieser Drüsenlappen besteht aus mehreren Drüsenläppchen, den kleinsten Einheiten der Brustdrüse.

Brust-Querschnitt (Schematische Darstellung, Sagittalschnitt)

Dort nehmen jeweils die kleinen Milchgänge ihren Ausgang. Auf dem Weg zur Brustwarze vereinigen sie sich zu größeren Gängen (siehe Zeichnung).

Was die Sexualhormone bewirken

In der fruchtbaren Lebensphase unterliegt das Brustdrüsengewebe dem wechselnden Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone, und .

Nach dem Eisprung in der Zyklusmitte weiten sich die Milchgänge leicht, und die Drüsenläppchen vergrößern sich vorübergehend. Das Bindegewebe nimmt mehr Flüssigkeit auf, die wird größer, fester, spannt womöglich etwas.

Sinn des Ganzen: Vorbereitung auf die Milchproduktion und das , die eigentlichen Aufgaben der Brust. Stellen, die sich etwas uneben, höckrig oder gar knotig anfühlen, können in der zweiten Zyklushälfte zunehmen und schmerzempfindlich sein.

Mit dem Einsetzen der Monatsblutung gehen diese zyklisch bedingten Beschwerden, auch der etwas knotige Charakter des Gewebes, oft wieder zurück.

Mutter stillt Säugling

Die Drüsenzellen der Brust reifen übrigens erst in der Schwangerschaft vollständig aus. Sie vergrößern und vermehren sich dann sogar noch. Schwangerschaft und Stillen über eine bestimmte Gesamtdauer können das Brustkrebsrisiko günstig beeinflussen.

Dabei spielt auch das Alter bei der ersten eine Rolle. Frauen, die im Alter von unter 20 Jahren ihr erstes Kind bekommen, haben offenbar ein niedrigeres Risiko für Brustkrebs als kinderlose Frauen oder jene, die erstmals mit über 30 Mutter werden.

Mastopathie: Gutartiger Umbau

Manchmal ist der Grund für die weiter oben beschriebenen, zyklischen Beschwerden eine Mastopathie. Darunter versteht man bestimmte Umbauvorgänge des Brustgewebes.

Sie sind oft an die Ungleichgewichte der Sexualhormone im Rahmen des weiblichen Zyklus gebunden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Hormonen spielen vermutlich eine Rolle.

Nach der Menopause entwickelt sich das Drüsen- und Bindegewebe zurück, die Formfestigkeit der Brust lässt nach. Häufig schwächen sich dann die mastopathischen Veränderungen ebenfalls ab. Mitunter führt aber auch die Rückbildung des Brustgewebes im Alter zu mastopathischen Befunden. Eine Mastopathie kann somit über das ganze Erwachsenenalter der Frau auftreten.

Mögliche Symptome, vor allem in der gebärfähigen Zeit, sind Schmerzen, Austritt von Sekret aus der Brustwarze und Knoten in der Brust. Selten zeigen sich Entzündungszeichen. Alles in allem kann sich eine Mastopathie in ihrem Verlauf sehr unterschiedlich darstellen.

Wichtig: Weder ist der Umbau des Gewebes unbedingt krankhaft, noch müssen damit immer Beschwerden einhergehen. Wenn aber zum Beispiel Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt oder eine knotige Veränderung auffällt, sollte der Frauenarzt das unbedingt abklären.

Kommt es im Rahmen der Mastopathie zu krankhaften Veränderungen, dann werden sie den gutartigen Brusterkrankungen zugeordnet.

Es gibt drei Ausprägungsgrade der Mastopathie (I, II und III). Bei Grad III ist das Brustkrebsrisiko etwas erhöht.

Gewissheit über die Art einer Gewebeveränderung kann nur eine feingeweblich untersuchte Gewebeprobe geben. Wann sie empfehlenswert ist, lesen Sie im Kapitel "Früherkennung, Diagnose, Prognose".

Mammakarzinom: Bösartiges Wachstum

Bei einem bösartigen Tumor der Brust verändern sich Zellen im Drüsengewebe grundlegend und können unkontrolliert und zerstörerisch in das umgebende Gewebe einwachsen. Ausgangspunkt sind Schäden im Erbgut dieser Zellen.

Betroffen sind entweder Zellen im Bereich eines Läppchens (lobulär), häufiger noch in einem Milchgang (duktal). Indem die weiblichen Geschlechtshormone – Östrogene und das Gestagen Progesteron – sowie weitere Faktoren auf die Drüsenzellen der Brust einwirken, können sie auch irreguläre Wachstumsvorgänge fördern.

Die Geschwulst wächst heran und kann als Knoten tastbar werden. Bösartige Zellen können über das Lymph- und Blutgefäßsystem auswandern, in andere Organe gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.


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