Lyme-Borreliose: Ursachen und Risikofaktoren

Meistens fängt man sich den Krankheitserreger der Borreliose durch den Stich einer Zecke ein. Zecken leben vor allem im Gras, in Büschen und Wäldern

aktualisiert am 29.01.2015

Waldspaziergang: Lange Hosenbeine und geschlossene Schuhe können vor Zeckenstichen schützen


Die Borrelien werden überwiegend von infizierten Zecken übertragen, hierzulande vor allem vom gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus). Die Lyme-Borreliose kommt in ganz Deutschland vor, in den nördlichen Regionen etwas seltener als in der Mitte und im Süden.

Zecken leben im hohen Gras, in Büschen, Hecken und in Wäldern. Meistens infizieren sich Menschen daher bei Aktivitäten in der Natur – beispielsweise beim Joggen, Wandern oder beim Camping. Infektionen kommen jedoch genauso im heimischen Garten oder in einem Park mitten in der Stadt vor. Auch können Tiere (zum Beispiel Hunde oder Katzen) von draußen infizierte Zecken mit in die Wohnung bringen. Nur Regionen oberhalb von circa 1500 Metern über dem Meeresspiegel gelten als praktisch "zeckenfrei".

Die kleinen Blutsauger sind vor allem im Frühling und Sommer aktiv. Deshalb häufen sich die Krankheitsfälle in diesen Jahreszeiten. Zwischen der Infektion und den ersten Symptome kann aber manchmal viel Zeit vergehen. Eine gewisse Infektionsgefahr besteht auch im Herbst und selbst im Winter.

Die "Minivampire" nehmen die Bakterien beim Blutsaugen auf und geben sie bei ihrer nächsten Mahlzeit weiter – allerdings nicht immer gleich mit dem Stich. Die Erreger befinden sich im Darm der Zecken. Deshalb werden die Krankmacher manchmal erst nach Stunden übertragen. Das Krankheitsrisiko ist also umso größer, je länger die Zecke in der Haut bleibt. Es ist daher wichtig, die Zecke möglichst schnell zu entfernen. Dabei sollte sie nicht gequetscht werden. Denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Krankheitskeime in die Stichwunde abgibt.

Häufig bleiben die winzigen Spinnentiere unbemerkt – vor allem dann, wenn sie sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Viele Borreliose-Patienten können sich gar nicht an einen Stich erinnern.

Welche Maßnahmen am besten vor Zecken schützen, und wie Sie die Quälgeister richtig entfernen, wenn sie doch zugestochen haben sollten, erfahren Sie im Kapitel "Wissenswertes".

Neben einer Übertragung der Borrelien durch Zecken sollen in sehr seltenen Fällen auch fliegende Insekten (wie Pferdebremsen, Stechmücken) mit ihrem Stich die Krankheitserreger weitergeben. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.


contact us