{{suggest}}


Bluthochdruck (Hypertonie): Diagnose

Den Blutdruck beispielsweise ab Mitte Dreißig von Zeit zu Zeit selbst messen und vom Arzt kontrollieren lassen – so einfach ist die Früherkennung von Bluthochdruck

aktualisiert am 17.04.2019
Sprechstunde Ärztin berät Patientin mit Kopfschmerzen

Bluthochdruck: Das Wichtigste ist erst mal, überhaupt daran zu denken


Bluthochdruck? Messen Sie doch mal

Ab Mitte Dreißig sollte man den Blutdruck von Zeit zu Zeit überprüfen, bei familiärer Belastung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch schon früher. Noch besser wäre es, regelmäßig die kostenlos angebotenen Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Die Krankenkassen bezahlen diese Gesundheitsuntersuchung (sogenannter Check-up 35) nunmehr alle drei Jahre (rückwirkend ab 2018; bis 30. September 2019 gilt noch eine Übergangsfrist für das nunmehr veraltete Zweijahresintervall).

Die Blutdruckmessung (siehe Abschnitt "Blutdruckmessung beim Arzt") ist fester Bestandteil, ab 35 Jahren unter anderem auch ein vollständiges Profil der Blutfette. Zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr ist eine einmalige Gesundheitsuntersuchung möglich. Blutdruckmessungen bieten übrigens auch Apotheken an.

In vielen Fällen wird das Ergebnis der Blutdruckkontrollen normal ausfallen. Werden jedoch zu hohe Blutdruckwerte gemessen, geht es als Nächstes um die Frage: "Liegt wirklich ein Bluthochdruck vor?" Die Diagnose ist meist schnell gestellt. Bei Verdacht auf einen sekundären Hochdruck oder Folgekrankheiten schließen sich weitere Untersuchungen an.

Arzt hört Patienten ab

Bluthochdruck: Oft steht die Diagnose schnell fest

Zu den ersten Diagnosemaßnahmen bei Verdacht auf Bluthochdruck gehören:

  • Kontrolle der bisherigen Blutdruckmessungen (zu Hause, in der Arztpraxis)
  • Krankengeschichte (Anamnese) und Familienanamnese
  • Untersuchung des Blutes und des Urins (Urintest, Mikroalbuminurie)
  • Aufzeichnung eines Elektrokardiogramms (EKG)
  • Langzeit-Blutdruckmessung (ABDM = ambulantes Blutdruck-Monitoring, 24-Stunden-Blutdruckmessung)

Die Krankengeschichte des Patienten sowie ein bekannter Bluthochdruck und andere Herz-Kreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Familie sind Anhaltspunkte für eine Tendenz oder Veranlagung zu Bluthochdruck. Wichtig sind außerdem Angaben über eingenommene Medikamente.

Bei der körperlichen Untersuchung stehen zunächst einmal Herz und Gefäße im Mittelpunkt: Abhören von Herz und Lungen mit dem Stethoskop, Pulstastung, Blutdruckmessung. Ebenfalls relevant: Die Überprüfung der Körpergröße, des Gewichts und des Bauchumfangs (mehr dazu im Kapitel "Bluthochdruck (Hypertonie): Ursachen, Risikofaktoren"; Abschnitt "Taillenumfang").

Blutdruck messen

Blutdruckmessung beim Arzt

Nach einer Ruhepause von fünf Minuten wird der Druck mindestens zweimal kurz nacheinander gemessen. Eine einzelne Messung genügt nicht. Denn die in der Arztpraxis erhobenen Einzelwerte können spontan auch mal zu hoch sein. Dieser sogenannte Weißkitteleffekt täuscht mitunter auch ein fehlendes Ansprechen auf die Therapie vor.

Gelegentlich sind die in der Praxis festgestellten Werte jedoch annähernd normal, während die Messungen zu Hause beziehungsweise bei der Langzeit-Blutdruckmessung erhöhte Werte ergeben (sogenannter maskierter Hochdruck).

Gemessen wird an beiden Oberarmen, etwa zwei Finger oberhalb der Armbeuge und in ruhiger Sitzposition. Bei Patienten mit Diabetes und bei älteren Menschen überprüft der Arzt den Blutdruck möglichst auch nach wenigen Minuten im Stehen. Außerdem sollte der Blutdruck an den Fußknöcheln im Liegen ermittelt werden. Bei den späteren Verlaufskontrollen und wenn sonst keine Besonderheiten vorliegen, genügt die Messung am Oberarm.

Gemäß Herzaktion, also den Pump- und Füllungsphasen der beiden Hauptherzkammern, werden ein systolischer und ein diastolischer Druck in mmHg bestimmt. Der systolische Druck entspricht dem ersten, oberen Wert bei der Blutdruckmessung, der diastolische dem zweiten, unteren. Werte, die wiederholt oberhalb des Normalbereiches liegen, kennzeichnen verschiedene Schweregrade der Hypertonie.

Normalwerte und Klassifikation des Bluthochdrucks*

Optimal:

Unter 120 mmHg systolisch und unter 80 mmHg diastolisch

Normal:

120 – 129 mmHg systolisch und/oder 80 – 84 mmHg diastolisch

Hoch normal:

130 – 139 mmHg systolisch und/oder 85 – 89 mmHg diastolisch

Hypertonie Grad 1:

140 – 159 mmHg systolisch und/oder 90 – 99 mmHg diastolisch

Hypertonie Grad 2:

160 – 179 mmHg systolisch und/oder 100 – 109 mmHg diastolisch

Hypertonie Grad 3:

ab 180 mmHg systolisch und/oder ab 110 mmHg diastolisch

Isolierte systolische Hypertonie (Pulsdruckhypertonie):

ab 140 mmHg systolisch und unter 90 mmHg diastolisch


*jeweils für Nichtdiabetiker; Quelle: 2018 European Society of Cardiology (ESC)/European Society of Hypertension (ESH), Deutsche Hochdruckliga/Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

 

Sämtliche Werte gelten für Erwachsene aller Altersgruppen. Ein beständiger Seitenunterschied des systolischen Blutdrucks am rechten und linken Arm von mehr als 15 mmHg, insbesondere wenn nacheinander gemessen wurde, ist nicht mehr normal (mehr dazu siehe auch im Kapitel "Bluthochdruck Hypertonie): Wissenswertes für Betroffene", Abschnitt "Blutdruckselbstmessung, Praktische Tipps"). Es wird empfohlen, den Betroffenen dann genauer hinsichtlich des Herzkreislaufsystems zu untersuchen.

Die isolierte systolische Hypertonie ist Folge einer erhöhten Gefäßsteifigkeit und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Die Hochdruckform ist daher eher vor allem für ältere Menschen charakteristisch. Wegen des erhöhten Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos muss der Blutdruck gut im Auge behalten werden. Eine Erhöhung vor allem des systolischen Blutdrucks kommt mitunter aber auch bei jungen Menschen vor und gehört ebenfalls abgeklärt.

Bei Kindern ist der Blutdruck niedriger als bei Erwachsenen, er wächst aber sozusagen mit dem Kind mit. Die systolischen und diastolischen Blutdruckwerte werden daher auf die Standardwerte (Perzentilen) der alters-, größen- und geschlechtsabhängigen Körperentwicklung des Kindes bezogen. Das heißt: Je nach Alter und Körpergröße sind die Werte unterschiedlich. Für unterschiedlich große Gleichaltrige gelten unterschiedliche Blutdruckwerte als normal. Dies bilden die sogenannten Perzentilenkurven ab.

Blutdruckwerte oberhalb der 95. Perzentile gelten als hyperton. Es bedeutet, dass nur fünf Prozent der Kinder gleichen Alters, gleichen Geschlechts und gleicher Körpergröße einen höheren Blutdruck aufweisen. Werte zwischen der 90 und 95. Perzentile werden als hochnormal eingestuft. Ab dem 14. Lebensjahr ist der Blutdruck von Jungen höher als derjenige von Mädchen. 

Ein Blutdruck über 140 mmHg systolisch oder über 90 mmHg diastolisch gilt nach der aktuellen Definition nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Jugendlichen als Bluthochdruck. Die Werte können allerdings bei sehr großwüchsigen Jugendlichen durchaus noch unter der 95. Perzentile liegen. (Quelle: KiGGS, siehe Kapitel "Bluthochdruck (Hypertonie): Fachliteratur" in diesem Ratgeber).

Was der Arzt sonst noch überprüft

Laborwerte: Cholesterin, Blutzucker & Co.

Wichtige Tests beinhalten Werte wie die Blutfette – Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin, Triglyzeride – und den Blutzucker. Dazu noch einige Erläuterungen:

  • Das Gesamtcholesterin im Blut sollte unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l) liegen.
  • Der LDL-Cholesterinwert (LDL-C) ist ein wichtiger Parameter zur Einschätzung des Herzkreislaufrisikos. Er steht in einer Reihe mit anderen wichtigen Faktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Lebensalter, erhöhter Taillenumfang (Bauchfett), Typ-2-Diabetes sowie Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Verwandten ersten Grades unter 60 Jahren.

    Nach der Einschätzung, wie hoch das Risiko eines Patienten ist, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, richten sich die Empfehlungen für eine das (LDL-)Cholesterin senkende Therapie.

    • Verschiedene standardisierte Risikorechner (zum Beispiel PROCAM-Score, ESC-Score) unterstützen hier das "Kalkül". Zudem gibt es die folgende Faustregel: Patienten sollten eine Senkung ihres LDL-Cholesterins um > 50 Prozent unter folgenden Voraussetzungen anstreben:

      - Sehr hohes Herzkreislauf-Zehnjahresrisiko (>  zehn Prozent) und Ausgangswert für das LDL-C bei 70-135 mg/dl (1,8-3,5 mmol/l)

      oder

      - Hohes Herzkreislauf-Zehnjahresrisiko (>  fünf Prozent und < zehn Prozent) sowie Ausgangswert für das LDL-C bei 100-200 mg/dl (2,6-5,2 mmol/l)
  • Non-HDL-Cholesterin: In einigen Fällen, etwa bei Triglyzeridspiegeln (siehe unten) deutlich über 200 mg/dl, gibt es die Empfehlung, neben dem zuvor beschriebenen LDL-Cholesterin auch das Non-HDL-Cholesterin zur Risikobeurteilung heranzuziehen. Es errechnet sich, wenn man vom Gesamtcholesterinwert den HDL-Cholesterinwert abzieht. Falls zum Beispiel bei einem Patienten mit maßgeblich erhöhten Triglyzeridwerten das LDL-Cholesterin nicht sehr hoch ist, würde im vorliegenden Fall das Gefäßrisiko womöglich unterschätzt.

    Denn bei Betrachtung nur des LDL-Cholesterins könnten weitere gefäßschädigende Fettpartikel im Blut außer Acht bleiben. Das lässt sich vermeiden, wenn man auch das Non-HDL-Cholesterin einbezieht. Die Zielwerte liegen etwa um 30 mg/dl höher als der jeweils herangezogene LDL-Cholesterin-Zielwert.
  • Ein erhöhter Triglyzeridspiegel des Blutes beginnt ab 150 mg/dl (ab 1,7 mmol/l)
  • Erhöhte, weiter abzuklärende Nüchtern-Blutzuckerspiegel sind Werte zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l).
  • Einen Diabetes zeigt zum Beispiel ein "Gelegenheits-Blutzucker" von über 200 mg/dl (über 11,1 mmol/l) an, der zu einem beliebigen Zeitpunkt (nicht nüchtern) gemessen wurde. Auch ein HbA1c-Wert von > 6,5% (>  48 mmol/mol Hb; Bestimmung im Vollblut) ist mit der Diagnose Diabetes mellitus vereinbar. Dasselbe gilt für einen erhöhten Blutzucker-Nüchternwert ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l) und einen Zweistunden-Wert > 200 mg/dl (über 11,1 mmol/l) bei einem Blutzuckerbelastungstest.

    Hinweis: Für die Blutzuckermessungen wird das venöse Plasma verwendet. Führt ein Messwert zur Diagnose "Diabetes", sollte das innerhalb von etwa 14 Tagen in einer weiteren Blutprobe bestätigt werden. Bei fraglicher Diagnose oder bei Abweichungen desselben Wertes in Bezug auf den Grenzwert sollte ein anderer der zuvor genannten Parameter bestimmt werden. Liegt ein Wert wiederholt im Grenzbereich, sollte er innerhab von drei bis sechs Monaten kontrolliert werden.

Zum anderen lässt der Arzt ein Blutbild anfertigen und kontrolliert Blutwerte wie Natrium und Kalium, die Harnsäure, das Kreatinin, den Leberwert Gamma-GT sowie das TSH. TSH ist ein Hormon aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Es lässt erkennen, ob eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion vorhanden ist (siehe unten, Abschnitt "Sekundärer Bluthochdruck").

Laborwerte: Urin

Der Urin wird auf Beimengungen von Eiweiß und roten Blutkörperchen untersucht (Teststreifen). In Verbindung mit dem Blutwert Kreatinin kann sich der Arzt so schon ein erstes Bild von der Nierenfunktion machen. Wurde eine Eiweißausscheidung festgestellt, folgt ein Urintest auf Mikroalbuminurie. Albumin ist ein wichtiges Körpereiweiß, das die Nieren bei der Filterung des Blutes normalerweise weitgehend zurückhalten.

Eine mehrmals bestätigte Albuminausscheidung von 20 bis 200 mg/l (spezieller Teststreifen, Morgenurin) entspricht einer Mikroalbuminurie: ein wichtiger Parameter für die Nieren, gerade im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Diabetes. Schon eine leicht vermehrte Ausscheidung von Albumin zeigt nicht nur eine Nierenschädigung, sondern ganz allgemein eine Gefäßschädigung und damit ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko an. Auch mithilfe der glomerulären Filtrationsrate (eGFR: Bestimmung durch eine Rechenformel und anhand des im Blut gemessenen Kreatininwertes, siehe oben) lässt sich die Nierenfunktion beurteilen.

EKG

Elektrokardiogramm (EKG)

Die Herzstromkurve gibt Auskunft über den Herzrhythmus und eventuelle Herzmuskelschädigungen. Spezielle, aus dem EKG errechnete Messwerte zeigen an, ob ein bestehender Hochdruck bereits Spuren am Herzen hinterlassen hat, beispielsweise eine Verdickung des Herzmuskels.

Langzeitblutdruckmessung (24-Stunden-Blutdruckmessung, ambulantes Blutdruck-Monitoring, ABDM)

Das entsprechende Gerät lässt sich unauffällig unter der Kleidung tragen. Das Registrierkästchen wird an einem Gürtel um den Bauch befestigt, die Druckmanschette am Oberarm angelegt. Die Langzeitmessung erfasst die Blutdruckwerte tagsüber (automatische Messung alle 15 Minuten) und nachts (automatische Messung alle 30 Minuten). Die aufgezeichneten Daten informieren über die Ausprägung des Hochdrucks, die Schwankungsbreite der Druckwerte und den Therapieerfolg.

Mittelwerte der Blutdruck-Langzeitmessung:

Tagesmittelwert*: normal: unter 135 und/oder 85 mmHg

Nachtmittelwert*: normal: unter 120 und/oder 70 mmHg

24-Stunden-Mittelwert*: normal: unter 130 und/oder 80 mmHg

* Quelle: 2018 European Society of Cardiology (ESC)/European Society of Hypertension (ESH)

24-Stunden-Blutdruckmessung

Dem Bluthochdruck genauer auf der Spur

  • Belastungs-EKG
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens einschließlich Farbdopplersonografie
  • Ultraschalldoppleruntersuchung der Halsgefäße, eventuell auch der Beingefäße (Knöchel-Arm-Index, engl. ankle-brachial-index, abgekürzt ABI)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches (Bauchschlagader, Nieren, Nebennieren, Leber)
  • Überprüfung der Augen durch den Augenarzt
  • Gegebenenfalls genauere Bestimmung der Menge und Art der Eiweißausscheidung
  • Bei entsprechenden Anhaltspunkten ein Schlafapnoe-Screening
  • Eventuell eine Messung der arteriellen Gefäßsteifigkeit (Pulswellengeschwindigkeit, zentrale Druckmessung beziehungsweise zentraler Aortendruck)
  • Bei Bedarf spezielle Bluttests und weiterführende Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren

Belastungs-EKG

Herz und Kreislauf werden nach einem vorgegebenen Protokoll zunehmend belastet. Entweder heißt es Rad fahren und dabei gegen einen alle zwei Minuten steigenden Widerstand in die Pedale treten (Fahrradergometrie, im Sitzen oder im Liegen) oder auf einem Band laufen (Laufbandergometrie). Die Durchführung auf dem Laufband bedeutet, dass die Geschwindigkeit und der Neigungswinkel des Laufbandes in bestimmten zeitlichen Abständen gesteigert werden, beispielsweise alle drei Minuten.

Die kontinuierliche Aufzeichnung der Herzstromkurve und wiederholte Messungen des Blutdrucks vor, während und nach der Belastung erlauben Aussagen über das Blutdruckverhalten, die Herzfrequenz, in begrenztem Umfang auch über eine eventuelle Durchblutungsstörung des Herzmuskels, mögliche Herzrhythmusstörungen, natürlich auch über subjektive Beschwerden des Patienten und seine objektive Belastbarkeit.

Echokardiografie vom Herz

Ultraschalluntersuchung des Herzens

Die Echokardiografie und die sogenannte Farbdopplersonografie, wie diese beiden in der Herzdiagnostik sehr wichtigen Untersuchungen auch genannt werden, ermöglichen eine Darstellung der Größe und Funktion der Herzkammern von außen, also nicht invasiv, ohne einen Eingriff.

Bei der Echokardiografie sind hochdruckbedingte Veränderungen, etwa eine Verdickung der Herzmuskulatur oder eine Vergrößerung der Herzhöhlen, etwa der linken Herzkammer, gut zu erkennen. Auch die Herzklappen und ihre Funktion lassen sich darstellen. Die Dopplersonografie ist ein Verfahren zur Messung der Blutströmung im Herzen und in den Gefäßen, benannt nach dem österreichischen Physiker C. A. Doppler (1803 bis 1853).

Ultraschalldoppleruntersuchung der Gefäße

Mithilfe der (Farb-)Dopplersonografie können der Blutfluss in den Gefäßen und deren Wandbeschaffenheit beurteilt werden. Bei Hochdruckpatienten liegt der Fokus zum einen auf den Halsschlagadern. Denn eine arteriosklerotisch veränderte Wand dieser das Gehirn versorgenden Gefäße (wie auch der Gehirngefäße selbst) gehört zu den kritischen Organschäden des Bluthochdrucks: Das Schlaganfallrisiko ist erhöht. Die Halsgefäße können mit dem Doppler sehr gut von außen untersucht werden.

Zum anderen kann der Arzt durch Messungen des Blutdrucks am Fuß mittels Dopplersonografie eine Durchblutungsstörung der Beingefäße (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) erkennen. Die Messung erfolgt im Liegen. Es werden auf beiden Körperseiten die systolischen Druckwerte über den Knöchel- und Armarterien gemessen und miteinander verglichen. Bei gefäßgesunden Menschen entspricht der Blutdruck am Knöchel im Liegen dem am Oberarm oder ist etwas höher. Teilt man den Knöchel- durch den Armwert, so ist das Ergebnis (der Quotient) im Normalfall also größer oder gleich ( >) 1. Ein Ergebnis unter 0,9 dagegen ist krankhaft: Es weist auf verengte Arterien mit erniedrigten Blutdruckwerten am Bein, somit auf eine Arteriosklerose und ein Herz-Kreislaufrisiko hin. Zur Beurteilung wird die Seite mit dem niedrigeren Quotienten herangezogen.

Auch Einengungen der Nierengefäße, ebenfalls eine mögliche Ursache von Bluthochdruck, können unter bestimmten Voraussetzungen mit der Farbdopplersonografie aufgedeckt werden (siehe unten, Absatz: "Bluthochdruck bei Nierengefäßverengung").

Überprüfung der Augen

Ohne eingreifende Maßnahmen, das heißt lediglich über eine Augenspiegelung, gibt die Netzhaut am Augenhintergrund den Blick frei auf die dort verlaufenden größeren und kleineren Arterien (Arteriolen). Wenn der Bluthochdruck Netzhautgefäße geschädigt hat (hypertensive Retinopathie), kann es zu Gefäßverengungen und Einblutungen und damit deutlichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens kommen.

Schlafapnoe - welche Untersuchungen gibt es?

Bei dringendem Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnoe (obstruktives Schlafapnoesyndrom, OSAS) ist die Diagnose meist anhand einer Screening-Untersuchung (sogenannte kardiorespiratorische Polygraphie) möglich. Diese lässt sich zu Hause durchführen. Dazu gibt der zuständige Arzt, zum Beispiel ein Lungenfacharzt oder Hals-Nasen-Ohrenarzt, dem zuvor angeleiteten Patienten ein passend eingestelltes Gerät mit nach Hause.

Bevor der Patient sich zum vereinbarten Zeitpunkt zur Nachtruhe begibt, legt er sich gemäß Vorgaben die mit dem Apparat verbundenen Messvorrichtungen an, welche den Atemluftstrom, Atembewegungen von Brust und Bauch, den Puls, die Sauerstoffsättigung des Blutes, die Körperlage und gegebenenfalls auch Schnarchgeräusche im Schlaf registrieren.

Bei eindeutigem Ergebnis der Polygraphie ist eine weiterführende schlafmedizinische Untersuchung – das entsprechende Verfahren heißt diagnostische Polysomnographie – nicht nötig.

Das relativ aufwändige Diagnoseverfahren führen Schlafmediziner (Somnologen) in einem zertifizierten Schlaflabor (stationär) durch. Es ist zum Beispiel sinnvoll, wenn verdächtige Symptome wie Schnarchen, erhöhte Tagesmüdigkeit und fremdbeobachtete Atemunregelmäßigkeiten im Schlaf sowie eine Polygraphie den Verdacht auf eine schlafbezogene Atmungsstörung erhärten – insbesondere auch dann, wenn gleichzeitig auch ein schwer behandelbarer Bluthochdruck und starkes Übergewicht vorliegen. In dieser Situation ist das Risiko beispielsweise für einen Schlaganfall deutlich erhöht.

Auch lassen sich Formen von Schlafapnoe, die mit dem zentralen Nervensystem  zusammenhängen können (nicht-obstruktive Schlafapnoe), abgrenzen.

Lässt sich bei einer Polygraphie im Zusammenhang mit Schnarchen ein OSAS ausschließen, haben die Schlafgeräusche in der Regel andere Gründe, etwa Veränderungen im HNO-Bereich.

Bei Bedarf werden solche Fragestellungen auch schon im Vorfeld einer aufwändigeren Schlafmessung abgeklärt. Zu den Voruntersuchungen gehören häufig auch Wachheitstests und bestimmte Fragen, die der Betroffene anhand von erprobten Fragebögen beantwortet.  

Messung der arteriellen Gefäßsteifigkeit (des zentralen (aortalen) Blutdrucks)

Bei Bluthochdruck, aber auch aus anderen Gründen, etwa genetisch bedingt, können die großen Gefäße einschließlich Hauptschlagader (Aorta) mit der Zeit an Elastizität verlieren. Dann wird die mit jedem Herzschlag sich neu aufbauende und in den Gefäßen fortpflanzende Druckwelle (Pulswelle) früher und verstärkt in die Aorta zurückgeworfen (Reflexion oder Rückwelle).

Der damit verbundene Druckanstieg ist eine Mehrbelastung für das Herz. Solche Veränderungen zu erkennen, kann zur besseren Kontrolle des Herzkreislaufrisikos eines Patienten beitragen. Die Gefäßsteifigkeit lässt sich durch die Pulswellengeschwindigkeit erfassen.

Dazu wird über einer Armarterie, ähnlich einer Blutdruckmessung, ein Pulswellensignal aufgezeichnet und dann die Pulswellengeschwindigkeit sowie der Druckwert in der herznahen Aorta (zentraler, aortaler Blutdruck) automatisch berechnet. 

In der Aorta eines gefäßgesunden Erwachsenen mit einem normalen Blutdruck beträgt die Pulswellengeschwindigkeit etwa 5 (4-9) m/s. Werte ab etwa 11 m/s weisen auf eine erhöhte Gefäßsteifigkeit hin. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Untersuchung nicht, sie ist eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird zur Zeit noch genauer bewertet.

Frau beim Arzt

Sekundärer Bluthochdruck: Spezielle Ursachen und Diagnosen 

Die häufigsten sekundären Hochdruckformen sind hormonell bedingt. Dabei geht es um verschiedene, teilweise komplizierte Krankheitsbilder mit nicht weniger komplizierten Namen. Im Einzelnen sind das die Gruppe der sogenannten Mineralokortikoid-Hypertonien (vor allem Conn-Syndrom), der Hyperkortisolismus, das Phäochromozytom und andere, seltenere Formen. Sie alle beziehen sich auf Störungen der Nebennierenhormone. Bluthochdruck bei Schilddrüsenerkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion) stellt eine weitere Gruppe dar. Auch der Schwangerschaftshochdruck (siehe weiter unten) gehört zu den hormonellen Formen.

Bluthochdruck, der auf einer Erkrankung des Nierengewebes oder der Nierengefäße beruht, zum Beispiel einer Nierenarterienverengung, ordnen Ärzte ebenfalls den sekundären Hypertonieformen zu. Allerdings sind die Grenzen zwischen primärem und sekundärem Bluthochdruck bei Nierenerkrankungen mitunter fließend.

Ein durch Medikamente bedingter Bluthochdruck sowie eine Hypertonie infolge einer Verengung der Hauptschlagader im Brustbereich (Fachbegriff: Aortenisthmusstenose) sind weitere Beispiele für sekundäre Hochdruckformen.

Hormoneller Bluthochdruck

Hyperaldosteronismus (Mineralokortikoid-Hypertonien, Conn-Syndrom): Bluthochdruck und Muskelschwäche, Verstopfung, Durst

Das Hormon Aldosteron aus der Nebennierenrinde, ein sogenanntes Mineralokortikoid, ist hier im Blut erhöht. Mit seiner Hilfe spart der Körper Natrium ein. Als Element des Kochsalzes spielt Natrium bei der Blutdruckregelung eine Rolle. Zuviel Aldosteron bedeutet gemeinhin zu viel Natrium im Körper – der Blutdruck steigt. Nach neueren Daten verursacht das Conn-Syndrom, ein Oberbegriff für verschiedene, auch erbliche Formen des sogenannten primären Hyperaldosteronismus, mindestens zehn Prozent aller Bluthochdruck-Fälle. Häufiger liegt eine Vergrößerung einer oder beider Nebennieren, in einem Drittel der Fälle ein hormonproduzierender gutartiger Tumor der Nebennieren vor (im Bereich der sogenannten Rindenzone). Er kann ebenfalls ein- oder beidseitig auftreten. Mögliche Hinweise sind:  
- Therapieresistenz: Bei vielen Betroffenen erreicht der Bluthochdruck trotz intensiver Therapiebemühungen – drei oder mehr Blutdrucksenker in voller Dosis  – nicht die Zielgerade von unter 140/90 mmHg;
- dazu Symptome wie Muskelschwäche, Verstopfung, Müdigkeit, wiederholtes Wasserlassen, vermehrtes Durstgefühl, Kopfschmerzen.
Diagnose: Der Screening-Test umfasst die Bestimmung des Verhältnisses der Aldosteron- und Renin-Konzentration im Blut (zu Renin siehe Kapitel "Bluthochdruck (Hypertonie): Therapie"). Der Kaliumwert im Blut ist häufig normal, Conn-Syndrome mit niedrigem Kalium kommen in etwa einem Drittel der Fälle vor. Im Einzelfall sind spezielle Untersuchungen notwendig, zum Beispiel ein Katheterverfahren, um das Krankheitsbild einzugrenzen und die genaue Ursache herauszufinden.

Hyperkortisolismus und Cushing-Syndrom: Kortisolüberschuss, sogenanntes Vollmondgesicht

Hyperkortisolismus bedeutet zu viel Kortisol beziehungsweise Glukokortikoide im Blut, kurz: einen erhöhten Kortisolspiegel. Kommen neben Bluthochdruck bestimmte Symptome wie nachfolgend gelistet dazu, ist von einem Cushing-Syndrom auszugehen:
- Fettsucht des Leibes
- Rundes Gesicht (Vollmondgesicht)
- Fettwulst im Nacken
- Veränderungen der Körperbehaarung und Haut
- Knochen- und Muskelschmerzen, Muskelschwäche
- Störungen des Zuckerstoffwechsels
- Psychische Veränderungen
- Bei Frauen außerdem Zyklusstörungen

Hinter einem Cushing-Syndrom steckt entweder eine Erkrankung der Kortisol bildenden Drüsenzellen in der Nebennierenrinde wie eine gutartige, seltener eine bösartige Geschwulst. Oder das Problem liegt auf der Ebene bestimmter Steuerzentren im Gehirn, die auf die Nebennieren einwirken, wie der Hirnanhangdrüse (Morbus Cushing). Unterschieden werden daher ganz allgemein sogenannte ACTH-abhängige und ACTH-unabhängige Formen. ACTH ist ein Hormon aus der Hirnanhangdrüse, das die Bildung von Hormonen wie Kortisol in der Nebennierenrinde anregt. Ein ACTH-abhängiges Cushing-Syndrom kann zum Beispiel durch eine Geschwulst der Hirnanhangdrüse entstehen.

Basis-Untersuchungen: Erhöhter mitternächtlicher Kortisolspiegel im Blutserum (aufgehobener Tagesrhythmus), Kortisol im 24-Stunden-Sammelurin oder auch in einer morgens und spätabens entnommenen Speichelprobe erhöht; der sogenannte niedrig dosierte Dexamethason-Test und der Insulin-Hypoglykämie-Test fallen krankhaft aus. Je nach Ergebnis sind noch weitere Tests nötig, um die genaue Diagnose zu stellen. Mehr im Ratgeber "Cushing-Syndrom".

Ein Hyperkortisolismus ist auch bei einer länger dauernden Behandlung bestimmter Erkrankungen mit Kortison oder mit dem Hormon ACTH möglich und wird dann "medikamentöses Cushing-Syndrom" genannt. Unterhalb der sogenannten Cushing-Schwellendosis jedoch ist auch bei längerfristiger Kortisontherapie ein medikamentöses Cushing-Syndrom normalerweise nicht zu erwarten. Die Cushing-Schwellendosis entspricht der Wirkungsstärke von 7,5 mg Prednisolon täglich (sogenanntes Prednisolon-Äquivalent). Prednisolon ist ein künstliches (synthetisches) Kortison.

Phäochromozytom: Blutdruckkrisen, Schweißausbrüche, Herzrasen

Bei dieser seltenen hormonellen Erkrankung steigt der Blutdruck oft krisenhaft an; es kommt zu Symptomen wie Schweißausbrüche und Herzrasen, Blässe, Kopfschmerzen, nicht selten auch zu Gewichtsverlust. Ursache ist meist ein Tumor einer oder beider Nebennieren (diesmal jedoch weiter innen, in der Markzone). Das Phäochromozytom kann zudem im Kopf-Hals-Bereich (dann Paragangliome genannt) und im Rahmen seltenerer erblicher Erkrankungen wie der multiplen endokrinen Neoplasie vorkommen. Dabei bilden sich Tumoren in verschiedenen hormonell aktiven Drüsen, unter anderem in der Schilddrüse. Auch bei Neurofibromatose Recklinghausen (verschiedene erbliche Krankheiten mit Geschwülsten bestimmter Nerven- und Bindegewebszellen) und dem Von-Hippel-Lindau-Syndrom (seltener, erbliche Geschwulsterkrankung mit Gefäßknäueln) sind Phäochromozytome beschrieben.

Allgemein liegt bei etwa einem Viertel der Betroffenen eine familiäre Veranlagung vor. Daher ist eine Untersuchung verwandter Familienmitglieder empfehlenswert, wenn ein Phäochromozytom oder eine der zuvor genannten Erkrankungen festgestellt wurde.

Zur Diagnose dient heute in erster Linie die Bestimmung der sogenannten freien Metanephrine im Blutplasma (Blutflüssigkeit ohne die verschiedenen Blutkörperchen, aber mit enthaltenen Gerinnungsfaktoren) unter besonderen Abnahmebedingungen oder im 24-Stunden-Sammelurin. Metanephrine entstehen beim Abbau der aus dem Nebennierenmark stammenden Hormone Noradrenalin und Adrenalin. Bei wiederholt auffälligem Ergebnis werden ergänzende Tests durchgeführt. Fallen sie positiv aus, schließen sich eine Sonografie und Computer- oder Magnetresonanztomografie der Nebennieren an, manchmal auch eine spezielle szintigrafische Untersuchung.

Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen: Herz, Blutdruck & Co. oft aus dem Lot

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion tritt erhöhter Blutdruck fast regelhaft auf. Oft ist besonders der systolische Blutdruck erhöht, während der diastolische Druck eher niedrig ist. Das Herz schlägt schnell, mitunter unregelmäßig (Herzrhythmusstörungen). Auch eine Schilddrüsenunterfunktion geht nicht spurlos am Blutdruck vorbei; meist sind beide Werte – systolischer wie diastolischer Druck – erhöht. Die Funktionsstörungen können verschiedene Ursachen haben und erfordern den Spezialisten, einen Endokrinologen. Mit der Normalisierung der Schilddrüsenfunktion bessern sich meist auch die Herz-Kreislauf-Parameter.

Schwangere auf Sofa

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Wenn bei einer Schwangeren mehrfach Blutdruckwerte über 140/90 mmHg gemessen werden, hat sie einen Bluthochdruck. Etwa bei zehn Prozent aller Schwangerschaften tritt ein Bluthochdruck auf. Es gibt es verschiedene Verlaufsformen. Entweder war der Hochdruck schon vor der vorhanden, oder er hat sich in der Schwangerschaft entwickelt. Meist tritt er dann nach der 20. Woche oder im letzten Drittel auf. In der Regel hatten die Betroffenen vor der Schwangerschaft noch einen normalen Blutdruck. In beiden Fällen ist durchaus eine komplikationslose Schwangerschaft möglich. Ein in der Schwangerschaft entstandener Bluthochdruck klingt meistens innerhalb von zwölf Wochen nach der wieder ab. Er kann aber bei einer erneuten Schwangerschaft wieder auftreten. Außerdem ist er ein mögliches Indiz für einen späteren Bluthochdruck.

Der Frauenarzt wird die Betroffene über die üblichen Vorsorgeuntersuchungen hinaus engmaschig kontrollieren. Ein gelegentlicher leichter Blutdruckanstieg muss aber noch nicht unbedingt alarmierend sein. Die Untersuchungen geben allen Beteiligten mehr Sicherheit, und eine eventuell nötige Behandlung in der Klinik kann rechtzeitig eingeleitet werden.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: Welche Grenzwerte gibt es?

Die Einteilung des Bluthochdrucks weicht bei Schwangeren von den für Erwachsene sonst üblichen Werten ab.

  • Normaler Blutdruck: Unter 140/90 mmHg
  • Leichter bis mäßiger Bluthochdruck: 140 –159/90 – 109 mmHg
  • Schwerer Bluthochdruck: Ab 160/110 mmHg

Erkrankungen, die in Verbindung mit Bluthochdruck in der Schwangerschaft auftreten können (Gestosen)

Gelegentlich kommt es bei Schwangerschaftshochdruck in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft zu Komplikationen wie Präeklampsie. Das Krankheitsbild gehört zu den sogenannten Gestosen, also Krankheiten, die nur in der Schwangerschaft auftreten. Daneben können sich noch weitere Gestosen entwickeln wie Eklampsie oder HELLP-Syndrom (HELLP ist die Abkürzung für engl. Haemolysis, Elevated liver enzyme levels, low platelet count). Sie entstehen teilweise auch ohne einen erhöhten Blutdruck.

Präeklampsie: Was bedeutet das?

Eine Präeklampsie geht mit einem erhöhten Blutdruck und deutlichen Eiweißverlusten über die Nieren einher. Vermehrte Wassereinlagerung (Ödeme) lässt nicht nur die Beine anschwellen, was bis zu einem bestimmten Grade während der Schwangerschaft normal ist. Vielmehr entwickeln sich zum Beispiel auch Schwellungen an den Händen und im Gesicht (Gesichtsödem). Neben den Nieren können auch die Leber, Lungen, Augen, das Blut und Gehirn Schaden nehmen. Die Ursachen sind nicht genau klar. Es kommt sozusagen zu einer Art Unverträglichkeit der Schwangerschaft. Biologisch gesehen spielen dabei wohl spezielle Eiweißstoffe eine Rolle. Dies lässt sich inzwischen für die Diagnose nutzen.

Erstgebärende Frauen haben ein höheres Präeklampsierisiko als Frauen, die schon einmal entbunden haben. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft, familiäre Belastung oder eine früher schon durchgemachte Präeklampsie begünstigen die Schwangerschaftserkrankung. Desgleichen sind ältere (erstmals) Schwangere über 40 Jahre, Frauen mit Diabetes, Übergewicht oder Untergewicht, mit rheumatoider Arthritis, Lupus erythematodes und Sklerodermie vermehrt gefährdet. Auch Genveränderungen mit Einfluss auf die Blutdruckregulation können eine Rolle spielen.

Besteht ein Bluthochdruck schon vor der Schwangerschaft, kommt es immer darauf an, zu wissen, welche Art der Erkrankung genau vorliegt. Auch wird der Arzt prüfen, ob die Nieren angegriffen sind, weil dies das Risiko für eine Präeklampsie erhöht und daher besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Ambulante Betreung abhängig vom Gesundheitszustand

Bei leichtem Bluthochdruck ohne weitere erkennbare Risiken für Mutter und Kind ist eine ambulante Betreuung grundsätzlich möglich. Der Frauenarzt wird neben dem Blutdruck die Eiweißausscheidung im Sammelurin über 24 Stunden messen und die Harnwerte kontrollieren. Auch überprüft er – wegen eventueller Wassereinlagerungen und Veränderungen der Fruchtwassermenge – regelmäßig das Körpergewicht der Frau, eine mögliche Wehentätigkeit sowie bestimmte Parameter, welche die Entwicklung des Ungeborenen erfassen. Ein wöchentlicher Rhythmus dieser Kontrollen muss gewährleistet sein.

Wichtige Informationen gibt auch eine Ultraschalldoppleruntersuchung der Plazentagefäße. Ein geeigneter Zeitpunkt dafür ist zwischen der 20. bis 24. Schwangerschaftswoche. Messungen spezieller Bluteiweiße unterstützen die Diagnose einer Präeklampsie und verbessern die Vorhersagemöglichkeiten.

Viele Schwangerschaften mit präeklampsieverdächtigen Symptomen verlaufen letztlich ohne schwere Komplikationen. Ausschlaggebend hier: eine vorgezogene Entbindung, die der Frauenarzt auf Basis der Gesundheit von Mutter und Kind wie auch den aktuellen Fachempfehlungen einleitet. Bei nur mildem Bluthochdruck ohne weitere Besonderheiten kann mit der Entbindung häufig bis etwa zur 39. Schwangerschaftswoche abgewartet werden.
Achtung: Symptome wie beispielsweise starke Kopfschmerzen, Schmerzen im Oberbauch und Sehstörungen zeigen einen Notfall an. Die betroffene Schwangere sollte umgehend in der Entbindungsklinik ärztlich weiterbetreut werden. Das gilt auch bei abnehmenden Kindsbewegungen, einer Blutung aus der Scheide oder vorzeitiger Wehentätigkeit.

Bluthochdruck bei Nierengefäßverengung (Nierenarterienstenose)

Wenn der Durchmesser der Nierenarterie um die Hälfte oder mehr eingeengt ist, spricht der Arzt von einer Nierenarterienstenose. Mögliche Folgen: Bluthochdruck als sekundäre Hochdruckform, fortschreitende Nierenschwäche, Komplikationen am Herzen. Allerdings können auch bei länger bestehender primärer Hypertonie Verengungen der Nierengefäße mit denselben Konsequenzen entstehen (Oberbegriff: renovaskuläre Hypertonie).

Nierenarterienstenosen – insgesamt sind sie eher selten – beruhen auf verschiedenen Ursachen. Mit Abstand am häufigsten liegt eine Gefäßverengung durch Verkalkung (Arteriosklerose) vor. Entsprechende Gefäßveränderungen finden sich vermehrt in der zweiten Lebenshälfte, häufiger bei Männern als bei Frauen, mit den Jahren zunehmend, und mit Betonung auf Rauchern. Oft sind auch die Hals- oder Herzkranzgefäße betroffen, denn die Arteriosklerose begnügt sich nicht immer mit einem Gefäßgebiet allein.

Andere, seltenere Ursachen einer Nierenarterienstenose sind Gefäßerkrankungen wie eine sogenannte fibromuskuläre Dysplasie. Die Erkrankung tritt überwiegend bei Frauen im jüngeren Alter auf und kommt häufig an beiden Nieren vor. Manchmal kommt es nach einer Nierentransplantation zu einer Nierengefäßverengung. Gefäßentzündungen sind meistens Teil sogenannter rheumatischer Systemerkrankungen, die mehrere Organe betreffen (daher die Bezeichnung Systemerkrankung).

Diagnose: Ein neu entstandener Hochdruck vor dem 30. Lebensjahr wird den Arzt unter anderem an eine fibromuskuläre Dysplasie denken lassen. Hier kann besonders der diastolische Druck erhöht sein. Blut- und Urinanalysen zur Überprüfung der Nierenfunktion, eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und eine farbkodierte Dopplersonografie der Nierengefäße sind die nächsten Schritte. Ergänzend kann eine Gefäßdarstellung mittels Magnetresonanztomografie oder Computertomografie, jeweils mit einem Kontrastmittel (MRT- oder CT-Angiografie), sinnvoll sein. Dies insbesondere dann, wenn ein Eingriff geplant wird, um die Gefäßverengung zu beheben. Eine Katheterangiografie, die ebenfalls ein Kontrastmittel benötigt, ist eingreifender. Diese Art der Gefäßdarstellung kommt zum Beispiel infrage, wenn eine Untersuchung der Herzkranzgefäße ansteht. Dabei lassen sich auch die Nierengefäße abbilden. Zur Abklärung von rheumatischen Erkrankungen dienen spezielle Blutuntersuchungen.

Tabletten

Bluthochdruck durch Medikamente und Drogen

Arzneimittel und Bluthochdruck – da sind zum Beispiel nicht steroidale Antirheumatika zu berücksichtigen, vor allem bei Langzeiteinnahme. Ungünstige Effekte auf den Blutdruck sind hier als Wechselwirkung mit einigen Blutdrucksenkern, zum Beispiel ACE-Hemmern, möglich. Auch die Pille zur Empfängnisverhütung (hormonale Kontrazeptiva), Kortison oder das Hormon ACTH, welches die Nebennieren veranlasst, vermehrt das körpereigene Hormon Kortisol auszuschütten, begünstigen Bluthochdruck.

Ciclosporin A ist ein Medikament, das in die Immunabwehr eingreift und unter anderem bei rheumatoider Arthritis eingesetzt wird. Es kann wie Tacrolimus, das die Abstoßung von Organtransplantaten unterdrückt, den Blutdruck erhöhen. Bekannt ist das auch vom Appetitzügler Phenylpropanolamin. Carbenoxolon wurde früher gegen Magengeschwüre eingesetzt und ist in Lakritze enthalten; zu viel davon kann blutdrucksteigernd wirken.
! Achtung: Wenn Sie vermuten, dass ein Medikament Ihren Blutdruck erhöht, lassen Sie das von Ihrem Arzt abklären.

Konsum von Kokain oder Amphetamin (Aufputschmittel), von Zubereitungen aus Ephedrakraut (Ma Huang) oder von synthetischen "Fatburnern", die chemisch hergestelltes Ephedrin oder Synephrin enthalten, kann den Blutdruck antreiben. Ephedrin ist in Deutschland eigentlich verschreibungspflichtig, es gehört auch zu den verbotenen Dopingmitteln, ebenso wie Clenbuterol (Dopingmittel). Gesundheitsschädliche Wirkungen betreffen unter anderem den Kreislauf.


http://steroid-pharm.com

http://poliv.ua

karter-kiev.net/zaschity-kartera/hyundai-53.html