Beatmung: Luft zum Leben

Wer nicht mehr von alleine ausreichend atmet, dem kann mit einer künstlichen Beatmung das Leben erleichtert oder gar gerettet werden

von Dr. med. Dagmar Bischoff, aktualisiert am 18.11.2014
Nicht-invasive Beatmung

Die nicht-invasive Beatmung per Maske kann oft auch zuhause erfolgen


"Atmung ist Leben, man kann sie nicht auf später verschieben." Diese alltägliche Weisheit ist in der Medizin entscheidend: Normalerweise atmen wir, ohne dass wir uns Gedanken darüber machen. Setzt die Atmung jedoch aus, werden die Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Schon nach wenigen Minuten folgt der Tod, denn der Sauerstoff ist der Treibstoff für die Organe, so wie das Benzin für unser Auto. Der Sauerstoff wird im Körper verbraucht. Dabei entsteht Kohlendioxid, welches über die Lunge abgeatmet wird. Die Lunge ist damit zugleich der "Auspuff des Körpers", der Schadstoffe eliminiert. Kurze Zeit nach einem Atemstillstand hört auch das Herz auf zu schlagen, und es kommt zu einem Kreislaufstillstand. Dasselbe passiert andersherum: Steht der Kreislauf still, setzt nach kurzer Zeit auch die Atmung aus. Schnelle Hilfe ist gefragt. Die künstliche Beatmung kann bei einer unzureichenden oder ganz ausgefallenen eigenen Atmung das Leben retten.

Die meisten Menschen haben bei dem Wort Beatmung vermutlich eine Intensivstation mit todkranken Patienten, beunruhigend piependen Maschinen und ein Gewirr von Schläuchen vor Augen. Aber das ist nicht das ganze Spektrum.

Beatmung in den eigenen vier Wänden

Die Lunge bewegt sich nicht von alleine, sondern wird durch die Atemmuskeln bewegt. Der wichtigste Atemmuskel ist das Zwerchfell. Bewegt es sich nach unten, so saugt die Lunge Luft ein. Bestimmte Krankheiten der Lunge und des Brustkorbs erhöhen die Anforderungen an die Atemmuskulatur. Deshalb führen sie unter Umständen zu einer Überlastung der Atemmuskeln. Außerdem gibt es Nerven- und Muskelerkrankungen, die zu einer Schwächung der Atemmuskeln führen. Ist die Last für die Atemmuskulatur zu hoch oder die Kraft zu schwach, dann kann eine zeitweise Beatmung die Atemmuskulatur vor dem Versagen und den Menschen damit vor dem Tod schützen.

Durch Fortschritte in der Beatmungstechnik können heutzutage solche Patienten oft zu Hause beatmet werden. Bei manchen reicht eine nächtliche Beatmung, andere benötigen 16 Stunden täglich oder mehr.

Wann kommt die Beatmung zum Einsatz?

Viele Situationen können eine künstliche Beatmung erfordern. Erkrankungen der Lunge zählen dazu, vor allem die chronisch obstruktive Bronchitis, abgekürzt COPD. Es gibt aber auch neuromuskuläre Erkrankungen, bei denen die Atemmuskulatur ihre Funktion einbüßt. Gehirnschäden führen manchmal zu Störungen der Atemregulation. Auch bei ausgeprägtem Übergewicht oder Verformungen des Brustkorbes können manche Betroffene nicht ausreichend atmen.

Ein Versagen der Atmung kann im Notfall von einem Moment zum anderen auftreten oder aber sich schleichend über Monate oder Jahre entwickeln. Auch während größerer Operationen muss eine maschinelle Beatmung eine ausreichende Sauerstoffversorgung gewährleisten, weil die Vollnarkose die Atmung der Patienten unterdrückt. Gelegentlich erfordern auch schwere Erkrankungen auf der Intensivstation die Beatmung.

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