Aneurysma: Therapie

Die Therapie eines Aneurysmas hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielen zum Beispiel Größe und Lage eine Rolle

aktualisiert am 14.10.2014
Operation

Wird ein Aneurysma zu groß, wird es oft per Operation entfernt


Reißt ein Aneurysma, kommt es meist zu inneren Blutungen, die lebensbedrohliche Folgen haben können. Daher muss dieser Notfall sofort – in der Regel durch einen operativen Eingriff – behandelt werden.

Bei kleineren Aneurysmen, die keine Beschwerden verursachen, ist es das Ziel der Behandlung, dass sich die Gefäßerweiterung nicht vergrößert oder einreißt. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes sollten nach Möglichkeit behandelt werden. Wer raucht, sollte unbedingt versuchen, sein Laster aufzugeben.

Aneurysma: Wann muss operiert werden?

Je größer ein Aneurysma wird, desto mehr Druck lastet auf der betroffenen Gefäßwand. Hält sie dem nicht mehr Stand, kann sie einreißen und eine lebensgefährliche Blutung hervorrufen. Deshalb raten Ärzte dazu, ein Aneurysma ab einer bestimmten Größe durch eine Operation zu entfernen.

Bei einem Bauchaortennaneurysma mit einem Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern beträgt das Rupturrisiko etwa drei Prozent pro Jahr. Ab einer Größe von fünf Zentimetern erhöht sich das Risiko auf mehr als 15 Prozent pro Jahr. Daher empfehlen Experten ab einem Durchmesser von fünf bis 5,5 Zentimetern zu einer vorsorglichen Operation. Bei Frauen ist die Gefahr eines Risses größer, deshalb sollten sie schon bei einer Größe von 4,5 bis fünf Zentimetern behandelt werden.

Bei dieser "offenen" Operation wird der ausgeweitete Teil des Gefäßes aufgeschnitten beziehungsweise entfernt und durch eine rohr- oder Y-förmige Kunstoffprothese ersetzt. Anschließend wird die Gefäßwand (soweit möglich) als natürliche Umhüllung wieder über der Prothese geschlossen.

Als Alternative zur Operation kommt in manchen Fällen das Einsetzen einer endovaskulären Stentprothese in Betracht. Sie besteht aus einem Metallgitter, welches von einer Gefäßprothese umhüllt ist. In zusammengeklappter Form wird die Prothese mit einem Katheter in die Leistenarterie eingebracht und bis zum Aneurysma der Bauch- oder Brustaorta vorgeschoben. Der Stent und seine Ummantelung entfalten sich dann im Aneurysma und trennen es so vom Blutstrom. Um dieses Therapieverfahren anwenden zu können, müssen allerdings verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.

Bei Aneurysmen der Hirnarterien wurde früher üblicherweise am Gehirn operiert. Dabei wurde das Aneurysma durch einen Clip ausgeklemmt. Mittlerweile setzen Mediziner ebenfalls eine endovaskuläre Technik ein: Sie führen Mikrospiralen aus Platin (Coils) mithilfe eines sehr dünnen Katheters über die Leistenarterie in das Aneurysma im Gehirn ein. Diese Mikrospiralen können das Gefäß zwar nicht vollständig ausfüllen, sie verursachen aber die Bildung eines Blutgerinnsels und schalten auf diese Weise das Aneurysma aus.

Größere Aneurysmen der Herzkammer reißen normalerweise nicht, sondern sind häufig Ursache einer zunehemenden Herzschwäche sowie von Herzrhythmusstörungen. Eine Operation zur Verkleinerung der Herzkammer kann angebracht sein, um das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verhindern. Dabei wird das Aneurysma ausgeschnitten. Das Risiko einer solchen Operation ist allerdings nicht gering.

Individuell Vorteile und Risiken abwägen

Die Wahl des Behandlungsverfahrens richtet sich bei allen Aneurysmen nach deren Form und Ausdehnung sowie nach dem Allgemeinzustand des Patienten. Nicht für jeden Erkrankten ist die endovaskuläre Methode geeignet. Insbesondere bei den Aneurysmen im Brustkorb muss bei chirurgischem Vorgehen in sehr hohem Alter das Komplikationsrisiko (zum Beispiel Blutung, Schlaganfall) gegen den zu erwartenden Operationserfolg abgewogen werden. Welches Verfahren im Einzelfall das geeignete ist und welche Komplikationen dabei auftreten können, sollte daher ausführlich mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.


https://steroid-pharm.com

steroid-pharm.com

сиалис цена украина